Neue Show von Roncalli-Gründer Paul

„Es ist schwerer geworden, sich wohlzufühlen“


02.11.2026 – 17:38 UhrLesedauer: 2 Min.

Roncalli-Gründer Bernhard Paul: In der neuen Apollo-Show führt er die Regie. (Quelle: gaa)

Roncalli-Gründer Bernhard Paul bringt Wien nach Düsseldorf, indem sich das Apollo Varieté in ein Kaffeehaus verwandelt – mit einem royalen Ururenkel auf der Bühne.

Zum Ende des Jahres wartet im Düsseldorfer Roncalli’s Apollo Varieté ein ganz besonderes Programm auf die Besucher. Mit der neuen Wintershow „Leise rieselt der Schmäh – Wiener Kaffeehausgeschichten“ entführt Roncalli-Gründer Bernhard Paul persönlich das Publikum in die Hauptstadt Österreichs.

Ein Zufall ist das nicht. Der 79-Jährige erklärt: „Ich bin ein Heimweh-Wiener, der bereits Sehnsucht bekommt, kurz nachdem er die Stadtgrenze verlassen hat. Es ist mir daher eine besondere Freude – und auch dem eigenen Egoismus zu verdanken –, ein Stück Wien nach Düsseldorf und auf die Bühne des Apollos zu bringen.“

Ururenkel von „Sisi“ steht im Düsseldorfer Apollo auf der Bühne

Der Roncalli-Gründer übernimmt nach etlichen Jahren einmal wieder selbst die Regie im Apollo, das sich für das aktuelle Programm in ein Kaffeehaus verwandelt. Wo einst in Wien Künstler, Schriftsteller und Intellektuelle zusammenkamen, verschmelzen im Apollo wie gewohnt Tanz, Artistik, Musik und Kabarett. Im Mittelpunkt steht ein Künstler, dem Wien nicht nur sprichwörtlich im Blut liegt: Leopold Altenburg ist wahrhaftig der Ururenkel von Kaiserin Elisabeth „Sisi“ und Kaiser Franz Joseph I. und führt als Oberkellner durch die Show.

Leopold Altenburg als Oberkellner: Der Ururenkel von Kaiserin Elisabeth und Kaiser Franz Joseph I. führt im Apollo durch das neue Programm. (Quelle: Roncalli/Blendfabrik Jens Howorka)

Das Programm sei ihm ein Anliegen gewesen, sagt Bernhard Paul. Alles passiere aus Liebe zu seiner alten Heimat, das Flair Wiens mit den Kaffeehäusern habe er nicht vergessen. Der Roncalli-Gründer berichtet: „Als ich vor genau 50 Jahren Wien verließ, fehlte mir vor allem eines: das Wiener Café. Diese Sehnsucht verspüre ich bis heute.“

Für das Bühnenbild erschuf die Roncalli-Manufaktur in Köln mit viel Liebe zum Detail eine Kaffeehaus-Kulisse. Thonet-Stühle, gusseiserne Tische, ein Tresen aus der Kaiserzeit sowie Interieurs wie die historische Kaffeemaschine und alte Werbeschilder aus Pauls Privatsammlung nehmen das Publikum mit auf eine Zeitreise in die Epoche der goldenen Wiener Kaffeehauszeit. „Kaffeehäuser sind für Menschen, die allein sein wollen, aber dazu Gesellschaft brauchen“, erklärt der 79-jährige Paul.

Leise rieselt der Schmäh im Apollo: Getanzt wird in der neuen Show auch. (Quelle: Roncalli/Blendfabrik Jens Howorka)

Apollo in Düsseldorf verwandelt sich in ein Wiener Kaffeehaus

Die gemütliche Atmosphäre eines Kaffeehauses, die im Apollo dank des Bühnenbilds auch durchaus herüberkommt, soll laut dem Roncalli-Gründer auch ein Teil der Inszenierung sein. Das Publikum solle sich wie in einem echten Wiener Kaffeehaus wohlfühlen. Paul sagt: „Ohne politisch werden zu wollen: Er ist schwerer geworden, sich wohlzufühlen. Als Ausländer, als Österreicher.“

Im nächsten Jahr feiert das Apollo sein 30-jähriges Bestehen. Laut Bernhard Paul hätte es das Varieté an der Düsseldorfer Rheinuferpromenade ohne die Unterstützung des im Jahr 2006 gestorbenen ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau (SPD) nicht gegeben: „Leute wie er werden in der heutigen Zeit schmerzlichst vermisst.“

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