Störung in NRW-Umspannwerk

Innenminister spricht von „verfassungsfeindlicher Sabotage“

Von reuters, afp, dpa, csi, mal

Aktualisiert am 02.09.2026 – 12:25 UhrLesedauer: 2 Min.

NRW-Innenminister Herbert Reul (Archivbild): „Wer da rangeht, greift unser Land an.“ (Quelle: IMAGO/Maximilian Koch)

Unbekannte haben Kabel über die Oberleitungen eines Umspannwerks nahe Köln gelegt. NRWs Innenminister Herbert Reul spricht von einem Angriff auf das Land.

Nach einer Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln spricht der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul (CDU), von einem Anfangsverdacht einer „verfassungsfeindlichen Sabotage“. Das erklärte Reul in einer Pressekonferenz am Mittwochmittag. Unbekannte hätten Kabel über die Oberleitung gelegt und so einen Kurzschluss verursacht. „Wer da rangeht, greift unser Land an“, sagte Reul weiter.

Es könne sich um „fremdstaatliche Sabotage“ oder das Werk von Linksextremisten handeln. Beides sei nicht auszuschließen, so der CDU-Politiker. „Jetzt muss ermittelt werden“, betonte er. „Das war Absicht, das war eine Straftat“, sagte Reul weiter.

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Auf das Umspannwerk nahe Bergheim bei Köln ist am Abend möglicherweise ein Anschlag verübt worden. Anwohner sahen Blitze und hörten Explosionen – die Polizei geht von einer vorsätzlichen Tat aus. Die Anlage gehört zum Übertragungsnetzbetreiber Amprion. Bergheim, 02.09.2026 NRW Deutschland *** An attack may have been carried out this evening on the substation near Bergheim, near Cologne. Residents saw flashes of light and heard explosions; police believe the incident was intentional. The facility belongs to (Quelle: IMAGO/Christoph Hardt/imago)

Was macht ein Umspannwerk?

Umspannwerke kommen immer dann zum Einsatz, wenn Strom von einer Spannungsebene in eine andere überführt werden soll, etwa von Hoch- in Mittelspannung. Für den Transport des Stroms über weite Strecken wird Höchstspannung genutzt. Damit der Strom zu Hause genutzt werden kann, braucht er aber eine niedrigere Spannung – er muss also transformiert werden. In Deutschland gibt es rund 300 Umspannwerke in der Höchstspannungsebene. Hinzu kommen mehrere Tausend Umspannwerke und Trafostationen, die die elektrische Energie von der Hoch- über die Mittel- in die Niederspannung transformieren.

Im Umfeld einer Umspannanlage des Betreibers Amprion sei es zu einem Vorfall gekommen, hatten der Energiekonzern RWE und Amprion zuvor erklärt. RWE-Kraftwerksblöcke seien lahmgelegt worden, die Stromversorgung der Bevölkerung sei aber nicht beeinträchtigt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sei von Fremdeinwirkung auszugehen.

Die „Bild“-Zeitung berichtete von einer möglichen Attacke mit einer oder mehreren Drohnen. Ein Zeuge sah laut „Focus“ einen schwarzen SUV vom Umspannwerk wegfahren, kurz darauf habe es drei Explosionen gegeben. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln sagte t-online, der Vorfall werde geprüft. Details könnten erst später mitgeteilt werden.

Mutmaßlicher Anschlag in Brandenburg

Am Dienstag war es bereits zu einem Anschlag auf ein Umspannwerk nahe dem Kohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg gekommen. Unbekannte hatten dort den Behörden zufolge am Dienstagmorgen versucht, einen großflächigen Stromausfall auszulösen, indem sie leitfähiges Material in ein Umspannwerk schossen. Ein Kraftwerksblock fiel kurzzeitig aus, aber ein größerer Ausfall konnte verhindert werden.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach von einem „Anschlagsversuch“ und verurteilte die Tat. „Die besorgniserregend hohe Frequenz derartiger Vorfälle zeigt, dass wir unsere Infrastrukturen entschlossen schützen müssen“, erklärte der SPD-Politiker.

Einsatzkräfte einer Polizeihundertschaft durchsuchen großräumig die Umgebung: Nach der Sabotage am Stromnetz in Südbrandenburg sucht die Polizei vor Ort weiter nach Spuren, um die Täter zu ermitteln. (Quelle: Frank Hammerschmidt)
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