„Wut ist noch kein Wahlprogramm“

Lindenberg warnt vor der AfD


03.09.2026 – 16:59 UhrLesedauer: 2 Min.

Udo Lindenberg: Der Rockmusiker erhielt 1989 für seine Verdienste um die deutsch-deutsche Verständigung das Bundesverdienstkreuz – und 2019 erneut, diesmal auch für sein soziales Engagement. (Quelle: IMAGO/Christopher Tamcke)

Udo Lindenberg hat sich auf Instagram mit einer langen Stellungnahme zur anstehenden Wahl in Sachsen-Anhalt gemeldet. Darin geht er das Programm der AfD durch – und warnt vor der Partei.

Klare Worte vom „Panikrocker“: Udo Lindenberg warnt wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor der AfD. Am Donnerstag hat der 80-Jährige einen längeren Beitrag auf Instagram veröffentlicht, in dem er die AfD und deren Wahlversprechen kritisch unter die Lupe nimmt.

Lindenberg schreibt: „Nimm die Sonnenbrille ab und schau dir genau an, was dir versprochen wird: nicht das Plakat, den Spruch, den Wut-Button – sondern das Programm. Weil da steht oft was ganz anderes als auf der Verpackung!“ Anschließend geht der Sänger Themen aus dem Wahlprogramm der rechtsextremen Partei Schritt für Schritt durch, darunter Steuersenkungen, Waffenrecht und EU-Austritt.

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Von Steuersenkungen profitierten vor allem Menschen mit einem Jahreseinkommen über 200.000 Euro, schrieb Lindenberg. Außerdem sei eine komplette Abschaffung der Erbschaftsteuer „nur geil für Familien mit ’nem Millionenvermögen“.

Beim Thema Grenzkontrollen warnte Lindenberg vor den Folgen für Pendler, Lkw-Fahrer, Handwerker und Familien. Geschlossene Grenzen bedeuteten Wartezeiten, Lkw-Schlangen und wirtschaftliche Schäden, die er als „totales Chaos und wirtschaftlichen Overkill“ bezeichnete.

Den Begriff „Remigration“ griff Lindenberg in einem eigenen Abschnitt auf. Er verwies auf Aussagen des AfD-Politikers Björn Höcke, der von einem „großangelegten Remigrationsprojekt“ gesprochen und dabei eine Politik der „wohltemperierten Grausamkeit“ für nötig gehalten habe. Lindenberg nannte das „rassistische, menschenverachtende Hetze“ und verwies darauf, dass Deutschland dringend Fachkräfte aus dem Ausland brauche, auch in der Pflege und im medizinischen Bereich.

Den Austritt Deutschlands aus der EU lehnt Lindenberg ebenfalls ab. Großbritannien habe inzwischen erkannt, „was für ein Riesenfehler der Brexit war“. Zum Thema Klimaschutz schrieb er, das Problem verschwinde nicht, indem man das Wort „Klimaschutz“ aus dem Programm streiche.

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