Traditionsklub in der Krise

Nach nur wenigen Monaten: Boss vor dem Aus?


Aktualisiert am 27.10.2026 – 15:42 UhrLesedauer: 2 Min.

Schwierige Phase in Hannover: Jonas Boldt steckt mit 96 tief in der Krise. (Quelle: IMAGO/Ayman Alahmed/imago)

Bei Hannover 96 hängt der Haussegen nach dem verpatzten Saisonstart schief. Die brisante Situation könnte Konsequenzen haben.

Nach der Niederlage im Niedersachsenderby ist Hannover 96 in der bitteren Realität angekommen. Als Aufstiegskandidat in die Saison gestartet, rutschte der Zweitligist durch die Pleite gegen den Erzrivalen Eintracht Braunschweig (0:2) auf Relegationsrang 16 ab. Statt wie in der vergangenen Saison um die Rückkehr in die Bundesliga mitzuspielen, droht nun plötzlich der Absturz in die Drittklassigkeit.

Einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge könnte die heikle Lage in absehbarer Zeit für einen wichtigen Mitarbeiter des Klubs ernste Folgen haben: Jonas Boldt. Der 44-Jährige ist erst seit Juni als Geschäftsführer Sport im Amt, steht aber insbesondere bei den Fans bereits massiv in der Kritik. Nun sollen auch klubintern große Zweifel am neuen Sportboss herrschen.

96-Patron Martin Kind habe sich bereits von Boldt abgewendet, heißt es in dem Artikel. Was dem 82-Jährigen laut Bericht zuletzt besonders sauer aufstieß: Boldt soll vor dem Derby ein paar geplante Urlaubstage eingeschoben haben. Eine schnelle Trennung sei keinesfalls mehr ausgeschlossen, schreibt „Bild“. Bei Boldt, der mittelfristig eigentlich vom Sportchef zum CEO aufsteigen sollte, werde beim Zweitligisten bereits von einem „Missverständnis“ gesprochen.

Boldt entließ Titz: Nachfolger Wagner bisher erfolglos

Der Grund für die Kritik an Boldt: Erst vor wenigen Wochen entließ der frühere HSV-Boss den bei den 96-Anhängern äußerst beliebten Cheftrainer Christian Titz. Unter dem 55-Jährigen hatte Hannover in der vergangenen Saison nur knapp den Aufstieg verpasst, dabei teilweise berauschenden Offensivfußball gespielt. Nach dem Fehlstart in die neue Spielzeit zog Boldt jedoch die Reißleine. Schon zuvor hatte das Verhältnis zwischen dem Trainer und seinem Vorgesetzten als äußerst angespannt gegolten.

In der Folge installierte Boldt den ehemaligen deutschen Nationalspieler Sandro Wagner als neuen Chefcoach. Doch der frühere Assistent von Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann konnte in seinen ersten drei Partien an der Seitenlinie nur einen Punkt sammeln – bei einem Torverhältnis von 1:6. In Hannover macht sich nun die Sorge vor dem Abstieg breit. Dem Bericht nach wackelt auch Wagner schon.

Glücklos: Sandro Wagner konnte mit Hannover noch keinen Sieg einfahren. (Quelle: IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal/imago)
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