Harry Kane gewinnt den Ballon d‘Or für den international besten Spieler. Die Auszeichnung sendet ein wichtiges Signal in die Welt des Fußballs.
Als Matthias Sammer seinen Ballon d‘Or gewann, war er 29 Jahre alt. Als Harry Kane die goldene Trophäe in Empfang nehmen durfte, war Sammer bereits 59 Jahre alt. Dazwischen gab es keinen anderen Bundesligaspieler, der den Titel mit nach Hause nehmen durfte. Die Preisträger spielten eher in Spanien, Italien oder Frankreich. Zwar war 2020 Robert Lewandowski einer der Favoriten für den begehrten Preis, doch die Vergabe wurde wegen der Corona-Pandemie ausgesetzt.
Dass Harry Kane am Montag die Auszeichnung erhielt, ist daher nicht nur ein Erfolg für den Engländer selbst, sondern auch für die Bundesliga. Die Ehrung verleiht auch der höchsten deutschen Spielklasse mehr Prestige: Der beste Fußballer der Welt spielt in Deutschland. In der Bundesliga, die im Ausland aufgrund der Bayern-Dominanz gerne belächelt wird. In England wird sie gelegentlich als „Farmer’s League“, als Bauernliga, verspottet.
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Kane aber wechselte aus England nach Deutschland, um den nächsten Schritt zu gehen – mit Erfolg. Er wurde in der Bundesliga ein noch besserer Spieler, schoss in der abgelaufenen Saison für Verein und Nationalmannschaft insgesamt 73 Tore in 65 Spielen, bereitete acht weitere Treffer vor. Selbst wer die Bundesliga dabei ausklammert, kann diese Entwicklung nicht leugnen.
Sein Bestwert in der Champions League für Tottenham Hotspur lag bei sieben Toren, für den FC Bayern schoss er nun 14. Bei der WM 2022 traf er für England in fünf Spielen zweimal, bei der Weltmeisterschaft in diesem Jahr waren es sechs Tore in sieben Spielen. Auch deshalb steht Kane vor einer Vertragsverlängerung beim FC Bayern und nicht vor einer Rückkehr in die Premier League.
Die Bundesliga ist und bleibt eine der besten Fußballligen der Welt. Auch wenn der Titelkampf nicht so spannend ist wie in England oder Italien, bleibt sie eine Topadresse für ambitionierte Fußballspieler. Das sollten spätestens jetzt auch die Spötter aus England verstanden haben.
