Nach CSD-Anschlag
Technoparade „Zug der Liebe“ abgesagt
Aktualisiert am 30.07.2026 – 09:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Ende August hätte die Technoparade „Zug der Liebe“ stattfinden sollen. Doch nun haben sich die Veranstalter gegen die Demonstration in Berlin entschieden.
Nach dem Anschlag am Rande des Christopher Street Day in Berlin ist die für Ende August geplante Technoparade „Zug der Liebe“ in der Innenstadt abgesagt worden. „Die jüngsten Ereignisse rund um den CSD haben die Lage drastisch verändert“, teilten die Veranstalter mit. Zuerst hatte der RBB berichtet.
Zwar habe es logistische Engpässe etwa bei den bestellten Lastwagen gegeben und auch noch keine Einigung bezüglich der Lautstärke mit der Versammlungsbehörde, hieß es. „Was diesen Entschluss jedoch unausweichlich machte, ist die spürbare Veränderung des gesellschaftlichen Klimas.“
Eine Parade in diesem Jahr würde massive Auflagen nach sich ziehen, von Wegfahrsperren über Personenkontrollen bis hin zu massiv aufgerüsteten Polizisten, erklärten die Veranstalter – das passe aber nicht zum Geiste des Events. „‚Der Zug der Liebe‘ stand immer für einen unbeschwerten, angstfreien Raum des Protestes. Eine Demonstration unter dem aktuellen, allgemeinen Angstgefühl und derart restriktiven Rahmenbedingungen widerspricht der Grundidee der Veranstaltung fundamental.“
„Zug der Liebe goes RAW“
Mit den verbliebenen Trucks wollen die Organisatoren die zeitgleich geplante Demonstration zum Erhalt des RAW-Geländes unterstützen. „Anstatt leise zu verschwinden, bündeln wir unsere Kräfte für eine direkte Unterstützung der bedrohten Berliner Kulturlandschaft“, teilten die Veranstalter mit.
Der „Zug der Liebe“ hätte eigentlich am 29. August stattfinden sollen. Im vergangenen Jahr waren rund 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Berliner Innenstadt gezogen, um ein Zeichen für Toleranz, Vielfalt und Solidarität zu setzen.
„Rave the Planet“ soll stattfinden
Die für den 15. August geplante Technoparade „Rave the Planet“ soll dagegen stattfinden, wie die Organisatoren der RBB-„Abendschau“ sagten. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht. Wir haben gehört, was die Community will“, erklärte der als Dr. Motte bekannt gewordene Gründer der Organisation Rave The Planet, Matthias Roeingh. Seine Frau Ellen Dosch-Roeingh versicherte: „Die Parade wird stattfinden.“
Die Technoparade ist zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule auf der Straße des 17. Juni geplant, die durch den Tiergarten führt – jene Parkanlage, an deren Rand es am späten Samstagabend zu dem folgenschweren Terroranschlag kam. Eine Frau wurde getötet, 31 Menschen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Der islamistisch motivierte mutmaßliche Attentäter wurde am Tag darauf bei der versuchten Festnahme von Polizisten erschossen.
