Warnung vor staatlichen Eingriffen

„Großer Fehler“: Wirtschaftsweise schießt gegen Tankrabatt


02.05.2026 – 11:41 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer: Sie warnt vor weiteren staatlichen Eingriffen in der Energiekrise. (Quelle: IMAGO)

Monika Schnitzer hält neue Entlastungen bei hohen Energiepreisen für falsch. Die Wirtschaftsweise fordert, Verbraucher müssten Knappheit stärker spüren.

Monika Schnitzer kritisiert staatliche Eingriffe wie den Tankrabatt deutlich. Steigende Preise seien ein wichtiges Signal – auch wenn dieses die Verbraucher belastet. Die Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (die sogenannten Wirtschaftsweisen), Monika Schnitzer, hat die Bundesregierung vor neuen staatlichen Entlastungsmaßnahmen bei steigenden Energiepreisen gewarnt. Im Gespräch mit der „Augsburger Allgemeine“ bezeichnete sie insbesondere den Tankrabatt als „großen Fehler“.

Höhere Spritpreise seien ein Signal für die Knappheit von Öl, sagte Schnitzer. Verbraucher müssten diese Entwicklung spüren, um ihren Verbrauch anzupassen. „Wenn die Menschen es spüren, fahren sie langsamer und weniger“, sagte die Ökonomin. Auch ein Tempolimit könne helfen, den Verbrauch zu senken.

Schnitzer kritisierte den Tankrabatt zudem als sozial unausgewogen. Wohlhabendere Haushalte mit hohem Spritverbrauch profitierten überproportional, obwohl sie weniger auf staatliche Unterstützung angewiesen seien. Hilfen sollten nach ihrer Einschätzung gezielt denen zugutekommen, die sie tatsächlich benötigten.

Mit Blick auf die Urlaubssaison warnte Schnitzer vor weiteren staatlichen Eingriffen, sollten etwa Flugreisen durch höhere Kerosinpreise teurer werden. „Wir können nicht den Sommerurlaub durch Schulden auf Kosten unserer Kinder subventionieren“, sagte sie. Wenn Reisen dadurch unerschwinglicher würden, müssten Pläne angepasst werden.

Zugleich verwies die Ökonomin auf mögliche weitere Folgen der Ölkrise. Steigende Lebensmittel- und Transportkosten könnten den Inflationsdruck erhöhen. Sollte sich die Inflation verfestigen, könne die Europäische Zentralbank gezwungen sein, die Zinsen anzuheben. „Die schlimmsten Folgen der Sperrung der Straße von Hormus kommen noch auf uns zu“, sagte Schnitzer.

Vorwürfe, ihre Position sei realitätsfern, wies sie zurück. Sie habe sowohl Zustimmung als auch Kritik erhalten. Zugleich verwies Schnitzer auf ihre Herkunft aus einfachen Verhältnissen und betonte, sie kenne den Umgang mit knappen finanziellen Mitteln aus eigener Erfahrung.

Share.
Die mobile Version verlassen