Negative Strompreise

Experte warnt: „Schaltet eure Solaranlage aus“


02.05.2026 – 10:17 UhrLesedauer: 3 Min.

Zwei Handwerker installieren Solarpaneele auf einem Hausdach: In Deutschland gibt es rund fünf Millionen Solaranlagen auf Dächern. (Quelle: IMAGO/Pau Cardellach Lliso/imago)

Am ersten Maiwochenende scheint fast europaweit die Sonne – und die Strompreise stürzen in den Keller. Für viele in der Energiebranche ist das kein Grund zum Feiern.

Am 1. Mai 2026 ist der Strompreis an der Börse auf -499 Euro pro Megawattstunde (MWh) gefallen. Auch für Verbraucher, die einen dynamischen Stromtarif haben und somit immer den Börsenstrompreis zahlen, ist der Preis inklusive aller Steuern und Abgaben auf rekordverdächtige -49 Cent pro Kilowattstunde gesunken – damit konnten diese Verbraucher fürs Stromverbrauchen sogar Geld verdienen.

Und auch am 2. Mai fallen die Strompreise deutlich auf -120 Euro/MWh, Verbraucher mit dynamischem Tarif erhalten den Strom zeitweise für 0 Cent/kWh. Das dürfte auch am Sonntag wieder eintreten.

Während einzelne Verbraucher mit dynamischen Stromtarifen davon profitieren können, ist das aber insgesamt keine gute Nachricht. Denn die allermeisten im Land können keinen dynamischen Tarif haben und damit vom günstigen Sonnenstrom profitieren – weil sie keinen Smart Meter haben. Nur mit diesen intelligenten Stromzählern ist es möglich, den eigenen Stromverbrauch so zu steuern, dass er sich an die Börsenstrompreise anpasst.

In der Praxis sieht das dann so aus: Morgens erhalten Kunden mit dynamischen Tarifen eine Nachricht von ihrem Anbieter, in der Regel von einer App auf dem Smartphone. Darin werden sie darauf hingewiesen, zu welcher Uhrzeit Strom an diesem Tag besonders günstig sein wird. Zu dieser Zeit können Verbraucher dann ihr Elektroauto aufladen oder ihre Waschmaschine anwerfen und ihren Stromspeicher mit günstigem Strom aufladen. Abends, wenn die Sonne weg ist und der Strompreis an der Börse wieder steigt, können sie den gespeicherten Strom nutzen, statt den teuren Strom aus dem Netz zu beziehen. Mit einem Smart Meter passiert das alles automatisch: Er weiß, wann die Preise fallen werden und koordiniert die Geräte im Haushalt entsprechend.

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