Leser-Umfrage
Fast jeder Zweite kann sich keine zusätzliche Altersvorsorge leisten
Aktualisiert am 08.06.2026 – 16:17 UhrLesedauer: 2 Min.

Das deutsche Rentensystem sieht vor, dass jeder neben der gesetzlichen Rente noch betrieblich und privat vorsorgt. Doch eine Umfrage zeigt: So einfach ist das nicht.
Wenn sich an diesem Mittwoch Vertreter von Arbeitgebern und Gewerkschaften im Kanzleramt treffen, um sich mit der Bundesregierung über Reformen fürs Land auszutauschen, dürfte ein zentrales Thema die Zukunft der Rente sein. Genauer: wie man die drei Säulen der Altersvorsorge – gesetzliche Rente, betriebliche Altersversorgung und private Altersvorsorge – so ins Verhältnis setzt, dass unterm Strich eine auskömmliche Absicherung steht.
Schon heute ist jeder rentenversicherungspflichtig Beschäftigte angehalten, zusätzlich betrieblich oder privat vorzusorgen; am besten beides. Doch ein Blick auf die Zahlen zeigt: Die Realität sieht anders aus. Nur knapp die Hälfte der Bürger verfügt über eine Betriebsrente, und bei der staatlich geförderten Riester-Rente liegen Millionen Verträge brach oder werfen nicht genug Ertrag ab, um die Inflation auszugleichen.
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DGB fordert verpflichtende Betriebsrente
Eine verbesserte private Altersvorsorge ist mit der Riester-Reform auf dem Weg. Ab 1. Januar 2027 kann jeder sein Geld ertragreicher und günstiger anlegen, beispielsweise in ETFs, und dafür Zulagen vom Staat kassieren. Auch die Betriebsrente bekam von der Bundesregierung bereits ein Update; die Rentenkommission dürfte in ihrem für Ende Juni erwarteten Abschlussbericht weitere Verbesserungen vorschlagen. Eine Idee verbreitete am Wochenende bereits der Deutsche Gewerkschaftsbund: Die Betriebsrente sollte nicht mehr freiwillig sein, sondern Pflicht werden.
Doch wie sieht es eigentlich bei den Bürgern selbst aus? Wären sie bereit für eine solche Pflicht? Oder würde sie das vor finanzielle Herausforderungen stellen? Die Ergebnisse einer nicht repräsentativen Umfrage unter den Leserinnen und Lesern von t-online deuten auf Letzteres hin.
Knapp jeder Zweite hat keinen finanziellen Spielraum
Knapp die Hälfte der Teilnehmer gibt an, weder privat noch über eine Betriebsrente zusätzlich für das Alter vorsorgen zu können. Der Grund: Sie können sich diese Vorsorge derzeit nicht leisten. An der Umfrage nahmen knapp 28.000 Leserinnen und Leser teil. 46,9 Prozent der Befragten erklärten: „Nein, ich habe kein Geld, um zusätzlich vorzusorgen.“ Weitere 24,7 Prozent sorgen nach eigenen Angaben sowohl privat als auch über eine Betriebsrente vor. 19,8 Prozent setzen ausschließlich auf private Vorsorge, während 8,6 Prozent nur eine Betriebsrente nutzen.
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Der DGB argumentiert, dass derzeit rund 20 Millionen Beschäftigte keine betriebliche Altersvorsorge haben und spricht sich deshalb für die verpflichtende Einbeziehung aus. Unterstützung kommt unter anderem vom Arbeitnehmerflügel der Union sowie von Versicherungs- und Finanzverbänden. Kritiker warnen hingegen vor zusätzlichen Belastungen für Unternehmen. Die t-online-Umfrage legt allerdings nahe, dass auch auf Arbeitnehmerseite Herausforderungen bestehen.
