Reproduktive Gesundheit

Was der Körperfettanteil über Männer verraten könnte


11.08.2026 – 06:32 UhrLesedauer: 3 Min.

Mann auf der Waage: Auch bei Normalgewicht kann der Anteil von Fettmasse am Körpergewicht erhöht sein und sich gesundheitlich nachteilig auswirken. (Quelle: stevecoleimages/getty-images-bilder)

Übergewicht kann die Fruchtbarkeit herabsetzen. Aber auch Männer mit Normalgewicht können zu viel Fettgewebe haben. Was heißt das für ihre Zeugungskraft?

Eine Studie mit mehr als 1.000 dänischen jungen Männern hat gezeigt, dass ein höherer Körperfettanteil mit einer schlechteren Spermienqualität und einem gestörten Gleichgewicht der Sexualhormone (einschließlich Testosteron) zusammenhängt. Dies gilt selbst für diejenigen Männer, die laut Body-Mass-Index (BMI) Normalgewicht haben. Nachzulesen sind die Ergebnisse in der renommierten Fachzeitschrift „Human Reproduction“.

Gut zu wissen

Der BMI errechnet sich aus dem Körpergewicht im Verhältnis zur Körpergröße. Wie viel davon aus Fett oder Muskelmasse besteht, verrät er nicht. Zwei Männer mit demselben BMI können also einen sehr unterschiedlichen Körperfettanteil haben.

Körperfettanteil im Fokus

Dass bei einem hohen BMI in vielen Fällen die Spermienqualität vermindert ist und die zur Fortpflanzung wichtigen Hormone veränderte Werte aufweisen, ist bereits bekannt. Unklar ist jedoch, ob der Körperfettanteil dabei eine Rolle spielt. Um dieser Frage nachzugehen, hat ein Forschungsteam Daten von 1.058 Männern im Alter von 18 Jahren analysiert.

Die Daten stammten aus einer Beobachtungsstudie und gaben unter anderem Aufschluss über den Körperfettanteil und den BMI. Außerdem hatten die Teilnehmer eine Sperma- und eine Blutprobe abgegeben und die Größe ihrer Hoden messen lassen.

Das Forschungsteam teilte die Männer nach ihrem Körperfettanteil in Gruppen ein. Dabei galt ein Anteil von unter 8 Prozent als niedrig, 8 bis 19 Prozent als normal, 20 bis 24 Prozent als hoch und ab 25 Prozent als sehr hoch.

Mehr Körperfett, weniger Spermien und veränderte Hormone

Im Vergleich zur Gruppe mit normalem Körperfettanteil hatten Männer mit hohem Körperfettanteil eine im Durchschnitt um 23 Prozent geringere Spermienzahl. Bei einem sehr hohen Körperfettanteil waren es 15 Prozent weniger Spermien. Auch die Spermamenge und die Spermienkonzentration waren tendenziell niedriger.

Andere Merkmale der Spermien, etwa ihre Beweglichkeit und Form, sowie die Größe der Hoden unterschieden sich dagegen nicht in Abhängigkeit vom Körperfettanteil.

Anders sah es bei den Hormonwerten aus: Bei Männern mit höherem Körperfettanteil ergaben die Blutuntersuchungen unter anderem niedrigere Werte für Testosteron und dessen wichtigstes Transportprotein im Blut. Gleichzeitig waren bestimmte andere Hormonwerte erhöht, darunter das weibliche Sexualhormon Östrogen und luteinisierendes Hormon (LH). Das spricht für ein verändertes hormonelles Gleichgewicht.

Körperfettanteil wohl aussagekräftiger als BMI

Auch mit steigendem BMI der Männer verringerten sich die Spermienzahl, die Spermamenge und die Spermienkonzentration. Dieser Zusammenhang war jedoch deutlich schwächer ausgeprägt als beim Körperfettanteil.

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