Politische Karriere

Steinmeier hatte zu wenig Zeit für die eigene Tochter


21.05.2026 – 11:37 UhrLesedauer: 2 Min.

Frank-Walter Steinmeier (r.), Ehefrau Elke Büdenbender: Das Präsidentenpaar hat fast täglich Termine.

Frank-Walter Steinmeier (r.), Ehefrau Elke Büdenbender: Das Präsidentenpaar hat fast täglich Termine. (Quelle: Manfred Segerer/imago)

Frank-Walter Steinmeier war Kanzleramtsminister, Außenminister, Kanzlerkandidat, SPD-Fraktionsvorsitzender, nun ist er seit neun Jahren Bundespräsident. Für die politische Karriere musste er Opfer bringen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier blickt mit ambivalenten Gefühlen auf seinen politischen Weg zurück. „Wenn Sie nach Entbehrungen fragen: Es waren die ersten Jahre der intensiven Beschäftigung mit dem eigenen Kind. Das ist nicht so gelungen, wie ich mir das gewünscht hätte“, sagte Steinmeier im Podcast „Vorangedacht“ von t-online auf die Frage, was das größte Opfer war, das er für seine politische Karriere bringen musste. „Unsere Tochter war gerade zwei, als ich von der Landesebene in Niedersachsen in den Bund wechselte, und es war die Zeit, in der wir Berlin für das Kanzleramt aufbauten.“

Auf die Frage, welcher Satz oder welche Botschaft von ihm als Bundespräsident in Erinnerung bleiben soll, sagte Steinmeier: „Ich hoffe, es ist nicht nur ein Satz und nicht nur ein Absatz. Es soll in Erinnerung bleiben, dass dieser Bundespräsident in seinen zehn Jahren Amtszeit das ihm Mögliche getan hat, um Demokratie zu stärken, um demokratisches Selbstbewusstsein zu stärken.“

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Nach dem Ausscheiden aus dem Amt im kommenden Frühjahr will Steinmeier weiterhin politisch tätig sein. „Ich werde ganz sicherlich nicht allein ins Rosenschneiden mich verlieben“, sagte er. Er wolle sich weiter politisch betätigen und dabei seine politische wie persönliche Erfahrung nutzen – seiner Nachfolgerin oder seinem Nachfolger jedoch „nicht ins Handwerk pfuschen“. Er habe sich nach dem Ausscheiden aus dem Amt nichts vorgenommen, außer dass er nicht auf Briefe antworten wolle, in denen er „zu Kuratoriumsvorsitzenden oder ähnlichen Veranstaltungen“ eingeladen werde. Reizen würde ihn auch noch einmal eine Alpenüberquerung vom Königssee zu den Drei Zinnen in Italien. Am 30. Januar 2027 wird ein neues Staatsoberhaupt gewählt, Steinmeier kann nach zwei Amtszeiten und zehn Jahren an der Staatsspitze nicht mehr antreten.

Im neuen Podcast „Vorangedacht“ spricht t-online-Chefredakteur Florian Harms mit Vordenkern aus Wirtschaft und Politik, Wissenschaft und Gesellschaft über die Frage, wie Deutschland die globalen Erschütterungen überstehen und gestärkt aus der Krise kommen kann. Der Podcast ist kostenlos auf allen gängigen Podcast-Plattformen und hier auf t-online zu finden.

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