Attraktionen betroffen

Muschel frisst Bauwerke: Brücken umgehend gesperrt


Aktualisiert am 09.06.2026 – 12:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Verbindungskanal zwischen Altem und Neuem Hafen: Die Brücke steht nicht mehr sicher, sie wurde gesperrt. (Quelle: ©Magistratspressestelle / Arnd Hartmann)

Kurz vor Beginn der Besucherhauptsaison müssen in Bremerhaven zwei wichtige Brücken gesperrt werden. Gutachter sehen ein Sicherheitsrisiko.

Bremerhavens Havenwelten stehen vor einem massiven Einschnitt: Die beiden Brücken über den Verbindungskanal zwischen Altem und Neuem Hafen werden aus Sicherheitsgründen gesperrt. Betroffen sind sowohl Autofahrer als auch Fußgänger. Die Sperrung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft, teilte die Stadt mit.

Grund für die Maßnahme ist ein neuer Gutachterbericht. Demnach hat die sogenannte Holzbohrmuschel die tragenden Holzpfähle des Bauwerks massiv geschädigt. „Die Holzbohrmuschel hat die stützenden Holzpfähle des Kanals so stark beschädigt, dass ihre Standfestigkeit nicht mehr nachweisbar ist“, sagte Nils Schnorrenberger, Geschäftsführer der Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft Alter/Neuer Hafen (BEAN).

Zoo, Klimahaus und Outlet: Sperrung trifft Attraktionen hart

Die Folgen sind weitreichend. Über die Brücken erreichen Besucher normalerweise das Klimahaus, den Zoo am Meer, das Outlet Center, Hotels und das Parkhaus der Havenwelten. Künftig müssen Verkehrsteilnehmer einen Umweg über die Van-Ronzelen-Straße in Kauf nehmen. Parallel wird noch an einer anderen Verkehrsader gebaut, hier ist bis zum Spätsommer kein Durchkommen mehr.

Holzbohrmuschel: Das kleine Tier kann großen Schaden anrichten. (Quelle: F. Hecker via www.imago-images.de/imago)

Bürgermeister Torsten Neuhoff (CDU) kündigte an, die Erreichbarkeit der Havenwelten trotzdem sicherstellen zu wollen. „Wir werden eine Ausweichstrecke einrichten, damit die Havenwelten weiterhin zugänglich bleiben“, sagte er. Die Sperrung sei jedoch unvermeidbar.

Ab sofort gilt eine Umleitung in der Seestadt. Diese führt unter anderem über die Van-Ronzelen-Straße. (Quelle: Magistratspressestelle/Arnd Hartmann)

Der Verbindungskanal stammt aus den Jahren 1926 und 1927. Bereits Ende 2024 hatten Experten einen starken Befall durch Holzbohrmuscheln festgestellt. Laut dem jüngsten Gutachten sind die Holzpfähle inzwischen so stark zersetzt, dass keiner mehr einen Durchmesser von mehr als zehn Zentimetern aufweist. Eine Nachberechnung habe ergeben, dass die Standfestigkeit des Bauwerks nicht mehr nachgewiesen werden könne.

Brückensanierung geht ordentlich ins Geld

Die Planungen für die Erneuerung des Kanals liegen bereits vor. Die Kosten werden auf rund 32,5 Millionen Euro geschätzt. Die Stadt Bremerhaven hat nach Angaben von Neuhoff ihren Anteil von 6,5 Millionen Euro bereits abgesichert. Nun wartet die Kommune auf eine Finanzierungszusage des Landes Bremen. „Allen Beteiligten ist klar, wie dringlich der Finanzierungsbedarf ist“, sagte Neuhoff.

Parallel prüfen Stadt und BEAN, ob Fußgänger und Radfahrer künftig über eine Behelfsbrücke oder Schwimmpontons den Hafen queren können. Die eigentliche Sanierung dürfte frühestens 2027 beginnen und nach derzeitigen Planungen etwa zwei Jahre dauern.

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