Der ehemalige Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma ist tot. In einem Nachruf erinnern sich Brings daran, was den Menschen Schramma so besonders gemacht hat.
So traurig wie überraschend war die Meldung vom Tod Fritz Schrammas. So wie wir ihn in Erinnerung haben, hätten wir gedacht, er würde ewig weiterleben. Immer gut drauf, immer einen frechen Spruch op Kölsch parat, immer daran interessiert, wie es um uns als Band steht.
Er hat mit seiner Familie in Ossendorf gelebt. Unser Vater Rolly war ja auch Lehrer, kannte Fritz schon, bevor er unser Oberbürgermeister wurde. Er war lange „Nachbar“ vom ehemaligen Lehrerkollegen Schramma. Dass einer aus dem Veedel so weit nach oben in die Kommandozentrale der Stadt vordringt – das war etwas Besonderes.
Auch wenn die beiden politisch bestimmt nicht immer in ein Horn gestoßen haben, hatten sie einen guten Draht zueinander. Könnte daran gelegen haben, dass die beiden gern in kölscher Sproch debattiert haben.
Fritz Schramma ist tot: Kölner Oberbürgermeister erlitt schweren Schicksalsschlag
Fritz Schramma hatte in seinen neun Jahren als OB ein paar harte Nüsse zu knacken. Der Bau der Zentralmoschee an der Venloer Straße, den er als Zeichen der Wertschätzung der muslimischen Gemeinde Kölns befürwortet hatte, entzweite ihn mit seiner Partei, der CDU. Dann der Einsturz des Stadtarchivs mit zwei Toten – das hing ihm immer an. Das hat ihm keine Ruhe gelassen.
Leider musste Familie Schramma schon früher einen schweren Schicksalsschlag einstecken. Der Sohn von Fritz, Stephan Schramma, starb als Fußgänger am Rudolfplatz. Ein viel zu schnelles außer Kontrolle geratenes Auto erwischte ihn. Er starb als völlig unbeteiligtes Opfer einer Raserei. Fritz engagierte sich von da an sehr für die Opferhilfe Weißer Ring.
Fritz Schramma: Brings geben Privatkonzert zum Abschied aus dem Rathaus
Als er sich aus seiner Amtszeit im Rathaus verabschiedete, wünschte er sich, dass unser Vater ihm ein paar seiner Lieder mit auf den Weg gäbe. So kam es, dass Rolly, meine Schwester Maria, mein Bruder Benjamin und ich ein kleines Konzert im Hansesaal des Rathauses gaben. Eine sehr intime Runde war das damals. Irgendwie sehr ruhig und unaufgeregt. Daran erinnere ich mich gern.
