Trump-Intervention bei Fifa-Boss

„Handfester Skandal“: Rote Karte beschäftigt die Politik


06.07.2026 – 14:18 UhrLesedauer: 3 Min.

Fifa-Boss Gianni Infantino (l.) mit US-Präsident Donald Trump. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/imago-images-bilder)

Trump interveniert und die Fifa nimmt eine Rote Karte für einen US-Spieler zurück. Nicht nur Fußball-Fans sind entsetzt. Auch die deutsche Politik reagiert.

Die Rücknahme der Roten Karte für US-Stürmer Folarin Balogun auf Intervention von US-Präsident Trump bei der Fußball-WM stößt auch in der deutschen Politik auf heftige Kritik. Balogun hatte im Spiel der US-Auswahl gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte erhalten. Nach einem Einspruch von Trump bei Fifa-Präsident Gianni Infantino wurde die Sperre aufgehoben.

Die Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestags, die SPD-Abgeordnete Aydan Özuguz, sagte t-online: „Der Eindruck, dass ein Telefonat zwischen Politikern und Sportfunktionären eine Schiedsrichterentscheidung aufheben und revidieren kann, wäre für die Glaubwürdigkeit des Fußballs eine Katastrophe.“

Die Sportausschuss-Vorsitzende forderte weiter: „Die Fifa muss unverzüglich Transparenz herstellen und eine schlüssige Erklärung liefern. Sollten der US-Präsident und der Fifa-Präsident eine Absprache getroffen haben, würde das einen großen Schatten auf diese WM werfen. Ein weiterer sportpolitischer Skandal der Fifa und ein Schlag ins Gesicht der Fans.“

Auch aus anderen Parteien regte sich Kritik an der Fifa-Entscheidung. Der sportpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Stephan Mayer (CSU), sagte t-online: „Sollte es wirklich zutreffen, dass die Intervention des US-Präsidenten bei der Fifa zur Aufhebung der Sperre eines US-amerikanischen Nationalspielers nach einer Roten Karte geführt hat, wäre dies ein präzedenzloser Vorgang – und ein handfester Skandal.“

Stephan Mayer: Er kritisiert die Fifa. (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

Der CSU-Politiker warnte: „Die negativen Konsequenzen wären so groß, dass man sie nicht überschätzen kann, der Schaden für die Fifa kaum wieder gut zu machen, denn sie hätte sich ihrer Integrität vollends beraubt und ihre Glaubwürdigkeit langfristig zerstört.“ Es bleibe nur die Hoffnung, dass sich der ganze Vorgang als Falschmeldung erweise.

Grüne sehen „jede Glaubwürdigkeit verspielt“

Die sportpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Tina Winklmann, sprach ebenfalls von einem „handfesten Skandal“, sollten sich die Berichte bestätigen. „In Washington wird nicht entschieden, wer bei einer Fußball-WM gesperrt ist“, sagte Winklmann t-online. Der Vorgang zeige, „wie rechtes und autoritäres Politikverständnis“ funktioniere. Infantino müsse nun erklären, warum die Fifa offenbar bereit gewesen sei, sich dem Druck des Weißen Hauses zu beugen. Auch der DFB müsse eine vollständige Aufklärung verlangen.

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