Wahlkampf in Sachsen-Anhalt

Hallervorden-Auftritt löst Wirbel in der CDU-Zentrale aus

Aktualisiert am 01.08.2026 – 14:50 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Parteizentrale ist nicht erfreut: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze mit Dieter Hallervorden in Magdeburg. (Quelle: IMAGO/Axel Kammerer/imago)

Dieter Hallervorden provoziert Sven Schulze im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt. Der CDU-Spitzenkandidat hält das aus, seine Partei in Berlin jedoch nicht.

Der Schauspieler Dieter „Didi“ Hallervorden hat mit seinem Kabarettauftritt bei Wahlkampfveranstaltungen von Sachsen-Anhalts CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze für Ärger gesorgt. Nach Veranstaltungen in Halle und Magdeburg in den vergangenen Tagen gehe es aber trotzdem wie geplant nächste Woche in Dessau und Naumburg weiter, sagte der Generalsekretär des CDU-Landesverbands, Mario Karschunke. Die Veranstaltungen seien sehr gut gebucht. Für Dessau am Montag gebe es rund 600 Anmeldungen.

Bei dem Gesprächsformat mit dem Titel „Kultur braucht Freiheit“ stehen der Schauspieler und der Ministerpräsident gemeinsam mit einer Moderatorin auf der Bühne. Es geht um den persönlichen Begriff von Freiheit, was eine lebendige Demokratie braucht und welche Rolle Kunst, Meinungsfreiheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt spielen.

Hallervorden bringt musikalische Beiträge mit und legt den Fokus auf Frieden. Die aktuelle Verteidigungs- und Rüstungspolitik lehnt der 90-Jährige dabei ab. Er kritisiert auch die Politik der israelischen Regierung: In einem Hintergrundvideo zu einer Gesangseinlage von ihm ist kurz ein Foto einer Demonstration mit dem Schriftzug „Stoppt den Völkermord in Gaza“ zu sehen.

Das hat die neue CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann zum Anlass genommen, um den Wahlkampf des Spitzenkandidaten anzugreifen. Der „Bild“-Zeitung sagte sie zu dem Auftritt: „Für die CDU Deutschlands ganz klar: Es gibt keinen Völkermord in Gaza, wir stehen an der Seite Israels und der Ukraine im Kampf gegen den Terror und Aggression.“

Franziska Hoppermann ist seit Anfang der Woche im Amt. (Quelle: Michael Kappeler/dpa/dpa-bilder)

Sie sagte weiter: „Wir stehen für Freiheit und wollen uns verteidigen können, damit wir es nicht müssen. Daran wird sich nichts ändern. Wir stehen zur Meinungs- und Kunstfreiheit, doch auch hier gibt es Grenzen – mindestens aber muss die Kunst mit deutlichem Widerspruch leben.“

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Schulze: „Ich möchte auch Gegenrede haben“

Sven Schulze hatte bei der Magdeburger Veranstaltung am Mittwoch auf der Bühne mit Blick auf sich selbst rhetorisch gefragt: „Kann der denn eine Veranstaltung machen, wo der Dieter Hallervorden so ein Lied singt? Ich sage ja, weil das ist eigentlich das, was ich mir vorstelle. Ich möchte kein Land haben und kein Land regieren als Ministerpräsident, wo ich das Gefühl habe, hoffentlich sprechen sie alle das, was ich sage. Sondern ich möchte schon auch Gegenrede haben.“

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