Krimi im WM-Finale

Spanien ringt Argentinien in der Verlängerung nieder


20.07.2026 – 00:02 UhrLesedauer: 4 Min.

Eilmeldung

Das Finale der Fußball-WM wird zu einer zähen Angelegenheit, bei der nur Spanien spielt. Erst in der Verlängerung ist der Abwehrriegel der Argentinier gebrochen.

Die spanische Fußball-Nationalmannschaft hat sich zum zweiten Mal in ihrer Geschichte zum Fußball-Weltmeister gekrönt. In einem zerfahrenen und spielerisch unansehnlichen Finale setzten sich die Südeuropäer mit 1:0 (0:0, 0:0) nach Verlängerung gegen den bisherigen Titelträger Argentinien durch. Zwar waren die Spanier über die gesamte Partie die überlegene Mannschaft, ein Tor wollte ihnen in der regulären Spielzeit aber nicht gelingen. Der Siegtreffer fiel erst in der 106. Minute durch Ferran Torres. Argentinien hatte die Schlussphase der regulären Spielzeit und die Verlängerung in Unterzahl bestreiten müssen, nachdem Enzo Fernández nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte gesehen hatte (90. Minute +3).

Nach ihrem ersten Titelgewinn 2010 dürfen sich die Spanier nun wieder Weltmeister nennen. Den Europameisterschaftstitel hatten sie bereits vor zwei Jahren beim Turnier in Deutschland geholt. Argentinien verpasste es unterdessen nach Italien (1934, 1938) und Brasilien (1958, 1962) als dritte Mannschaft zwei WM-Titel in Folge zu gewinnen und sich den insgesamt vierten Stern (1978, 1986) zu sichern.

So lief das Spiel

Die Spanier begannen äußerst druckvoll, ließen sich vom schlechten Zustand des Rasens im mit 80.663 Zuschauern ausverkauften Stadion von New Jersey nicht in ihrem Kombinationsspiel irritieren. Nach einer Passstafette war es Lamine Yamal, der in der 5. Minute erstmals aus kurzer Distanz zum Abschluss kam. Emiliano Martínez im argentinischen Tor konnte den noch abgefälschten Ball aber sichern.

In der Folge plätscherte die Partie etwas vor sich hin. Spanien hatte zwar mehr Ballbesitz und bemühte sich das Spiel zu machen, aber Torchancen ließ Argentinien bis zur ersten Trinkpause nicht zu. Erst in der 39. Spielminute kam Spaniens Stürmer Mikel Oyarzabal von der Strafraumkante wieder zum Abschluss. Sein Flachschuss geriet aber zu zentral und landete ebenfalls in Martínez‘ Händen. Vier Minuten später ließ Marc Cucurella einen weiteren Distanzschuss folgen, der rechts am Tor vorbeisauste. Dann war Halbzeit.

Nachdem unter anderem Shakira und Madonna in der dem US-Sport entlehnten Halbzeitshow dem Publikum eingeheizt hatten, bemühte sich Spanien die Stimmung zu Beginn der zweiten Hälfte nicht gleich wieder verfliegen zu lassen: Álex Baena versuchte es mit einem weiteren Abschluss von der Strafraumkante – jedoch erneut in die Arme von Martínez. Dann wurde es kurz hitzig: Nachdem der eingewechselte Leandro Paredes Gegenspieler Rodri mit einem Check von hinten niedergestreckt hatte, kam es zu einer kurzen Rudelbildung. Paredes sah die Gelbe Karte.

Spanien blieb die offensiv bemühte Mannschaft, Argentinien komplett harmlos. Doch die Südamerikaner verteidigten ihr Tor leidenschaftlich, grätschten in der 56. Minute zweimal noch einen versuchten Abschluss ab. In der 64. Minute ließ ein Distanzschuss von Dani Olmo Martínez kurz wackeln, der Ball klatschte von seinen Handschuhen aber ins Tor-Aus. Drei Minuten später fand Yamal mit einer Flanke den Kopf von Torres. Martínez packte dieses Mal aber wieder sicher zu. Weitere spanische Chancen durch Pedri (77.), Pau Cubarsí (77.) und Aymeric Laporte per Kopf (81.) entschärfte der argentinische Schlussmann ebenfalls. Torres setzte eine weitere Möglichkeit neben das Tor (87.). In der dritten Minute der Nachspielzeit scheiterte Nico Williams nach einem Konter mit einem zu unplatzierten Abschluss ein weiteres Mal an Martínez.

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