Das „wäre widerwärtig“

Soldaten sollen Sex-Wettbewerb veranstaltet haben


Aktualisiert am 15.10.2026 – 09:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Soldaten und Soldatinnen bei der Bundeswehr (Symbolbild): Teils sollen sich die Vorwürfe gegen Vorgesetzte richten. (Quelle: IMAGO/Oliver Langel/imago)

Die Bundeswehr ist um einen Skandal reicher, Verteidigungsminister Pistorius verspricht Aufklärung: Es geht um Sex und Drogen im Sanitätsregiment 1.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat nach Berichten über sexuelles Fehlverhalten bei der Bundeswehr ein entschlossenes Vorgehen angekündigt: „Wir werden alles tun, um jeden Täter dingfest zu machen“, sagte Pistorius. Bislang handele es sich nur um Vorwürfe. Aber: „Wenn die sich bestätigen, wäre das widerwärtig.“

Zuerst hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) über die Vorgänge im Sanitätsregiments 1 berichtet, dann legte der „Spiegel“ nach. Die stellvertretende Generalinspekteurin Nicole Schilling und der Befehlshaber Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr, Generaloberstabsarzt Ralf Hoffmann, informierten demnach am Mittwoch den Verteidigungsausschuss des Bundestags in vertraulicher Sitzung.

  • Tagesanbruch: Die Skandale nehmen zu

Der Kern der Vorwürfe: Die Beschuldigten sollen weibliche Opfer zum Sex gedrängt haben. Es bestehe der Verdacht, dass es unter männlichen Soldaten einen Wettbewerb gegeben habe, wer mit mehr Rekrutinnen Sex habe.

Sex-Skandal bei der Bundeswehr – ein Opfer wohl minderjährig

Beschuldigt werden zehn Soldaten aus einem in der Sachsen-Anhalt-Kaserne stationierten Zug des Regiments, teils soll es sich um Vorgesetzte handeln. Neben sexuellem Fehlverhalten geht es dem RND zufolge außerdem um Drogenhandel und Bedrohungen. Laut „Spiegel“ kommt auch noch das Unterdrücken von Beschwerden hinzu.

Mindestens eines der weiblichen Opfer soll zum Tatzeitpunkt minderjährig gewesen sein – Wehrdienstleistende können mit Einverständnis ihrer Eltern schon vor dem 18. Lebensjahr in die Bundeswehr eintreten.

Kasernen-Verbot in neun Fällen, Staatsanwaltschaft ermittelt

Das Bundesverteidigungsministerium hat Ermittlungen wegen möglicher Verstöße bestätigt. Laut „Spiegel“ wurde neun Bundeswehrangehörigen verboten, die Sachsen-Anhalt-Kaserne zu betreten. In sieben Fällen habe die Bundeswehr zudem ein Verbot ausgesprochen, den Dienst auszuüben und die Uniform zu tragen. Gegen acht Soldaten seien Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Fünf Fälle wurden an die Staatsanwaltschaft abgegeben, wie ein Sprecher des Unterstützungskommandos der Bundeswehr mitteilte.

Das Sanitätsregiment 1 bildet Sanitätssoldatinnen und Sanitätssoldaten aus. Es ist auf die Standorte Weißenfels in der Sachsen-Anhalt-Kaserne und Berlin in der Blücher-Kaserne verteilt.

Share.
Die mobile Version verlassen