Simple Methode
Socken stricken ohne Ferse: So einfach geht’s
Aktualisiert am 05.11.2026 – 15:03 UhrLesedauer: 3 Min.
Viele Strickanfänger scheitern an der Ferse. Dabei geht es auch ohne – mit einem Trick, der die Socke an unterschiedliche Fußlängen anpasst.
Socken stricken klingt nach einem überschaubaren Projekt – bis es an die Ferse geht. Verkürzte Reihen, Maschen aufnehmen, das Hantieren mit dem verschiedenen Nadeln: Für viele Anfängerinnen und Anfänger ist genau das die Stelle, an der das Knäuel wieder im Korb landet.
Dabei gibt es eine Variante, die das Problem einfach umgeht: Socken ohne Ferse, auch Spiralsocken genannt. Statt eines eigens konstruierten Fersenteils sorgt ein elastisches Muster dafür, dass sich der gestrickte Schlauch um den Fuß legt. Das Ergebnis passt überraschend gut, ist schneller fertig – und verzeiht Ungenauigkeiten bei der Größe. Wie die Technik funktioniert, was Sie dafür brauchen und worauf Sie achten sollten.
Das braucht man dafür
- Sockenwolle: 100 Gramm bei vierfädiger, 150 Gramm bei sechsfädiger Wolle
- Nadelspiel: 2,5 bis 3 Millimeter für vierfädige, 3 bis 4 Millimeter für sechsfädige Wolle. Hinweise zur passenden Stärke stehen in der Regel auf der Banderole der Wolle
- eine Wollnadel zum Vernähen
- Vorkenntnisse: rechte und linke Maschen, Rundstricken mit dem Nadelspiel und rechte Maschen abnehmen
Ein Nadelspiel besteht aus vier gleich langen Nadeln, die an beiden Enden eine Spitze haben. Ob Kunststoff, Metall oder Bambus – entscheidend ist, welche Nadeln Ihnen am besten in der Hand liegen.
Schritt für Schritt zur Spiralsocke
- Bündchen: Maschen anschlagen – bei vierfädiger Wolle sind es für Schuhgröße 36 bis 39 64 Maschen, für Größe 40 bis 43 sind es 72. Die Maschen zum Kreis schließen, gleichmäßig auf vier Nadeln verteilen und zwei bis fünf Zentimeter im Muster zwei links, zwei rechts stricken.
- Spiralmuster: Vier Runden lang abwechselnd vier rechte und vier linke Maschen stricken. In der fünften Runde wird das Muster um eine Masche versetzt – sie beginnt mit einer linken Masche. Dieses Schema aus vier Runden und je einem Versatz führen Sie fort, bis die Socke die nötige Länge hat. Bei Größe 36 bis 39 sind das 34 Zentimeter bis zum Beginn der Abnahmen.
- Spitze: Nun glatt rechts weiterstricken und die Maschen nach und nach abnehmen – pro Abnahmerunde fallen vier Maschen weg. Liegen auf jeder Nadel nur noch zwei Maschen, schneiden Sie den Faden großzügig ab, ziehen ihn durch die restlichen Maschen und vernähen ihn innen in der Socke.
Typische Fehler – und wie man sie vermeidet
- Die Maschenzahl passt nicht zum Muster: Beim Rapport aus vier rechten und vier linken Maschen muss die Gesamtzahl durch acht teilbar sein. Stricken Sie drei rechts, drei links, muss sie durch sechs teilbar sein, bei fünf und fünf durch zehn.
- Keine Maschenprobe: Wer eine andere Garnstärke verwendet oder sich bei der Größe unsicher ist, sollte vorher eine Maschenprobe im Bündchenmuster anfertigen und ausrechnen, wie viele Maschen pro Zentimeter nötig sind.
- Der Versatz geht verloren: Ein Maschenmarkierer oder ein eingelegter Faden zeigt, wo die vier Runden beginnen.
- Falsche Länge: Probieren Sie die Socke zwischendurch an, wenn der passende Fuß in der Nähe ist.
Warum eine Socke ohne Ferse überhaupt passt
Der Trick steckt im Muster. Die Socke wird als Schlauch im Rippenmuster gestrickt – und dieses Muster wird in festen Abständen um eine Masche versetzt. Dadurch dreht es sich spiralförmig um den Fuß. Das Gestrick wird so elastisch, dass es sich der Fußform anpasst: Die Ferse entsteht erst beim Tragen.
