Sieben Wochen vor Berlin-Wahl

So reagieren die OB-Spitzenkandidaten auf CSD-Attacke


26.07.2026 – 13:06 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Regenbogenflagge, Blumen und Kerzen stehen vor einem Baum nahe dem Bereich, wo ein Fahrzeug einen Baum gerammt hatte: Das sind die ersten Reaktionen der OB-Spitzenkandiaten. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa)

Drei Spitzenkandidaten für das Abgeordnetenhaus sprechen von Trauer, einer kündigt gar Konsequenzen an. Kristin Brinker von der AfD wählt einen anderen Ton.

Eine Frau ist tot, mindestens 16 Menschen sind verletzt: Die Fahrt in die Menschenmenge am Rande des Christopher Street Day fällt mitten in den Berliner Wahlkampf.

Alle fünf Spitzenkandidaten haben sich am Sonntag geäußert. Ihre Reaktionen zeigen, wie unterschiedlich die Parteien mit der Tat umgehen.

Evers: „Dann ist die Zeit für Konsequenzen“

Stefan Evers führt die CDU in den Wahlkampf. Die Tat treffe „unsere Stadt mitten ins Herz“, sagt er. Als einziger Kandidat blickt er nach vorn: „Es gibt einiges aufzuklären. Dann ist die Zeit für Konsequenzen.“

Eralp: „Aus einem Freudentag wurde ein Trauertag“

Elif Eralp von der Linken beschreibt einen Freudentag, der zum Trauertag wurde. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Hass queeres Leben unsichtbar macht“, sagt sie. Die queere Community gehöre „zur DNA unserer Stadt“.

Graf: „Ich trauere als Teil der LGBTIA+-Gemeinde“

Werner Graf, Spitzenkandidat der Grünen, spricht als Betroffener. Er trauere „als Teil der LGBTIA+-Gemeinde“ mit seiner Community „um die Freude und die Liebe, die den gestrigen CSD in Berlin geprägt haben, und die am Ende dem Entsetzen und der Angst weichen mussten“. Die Abkürzung LGBTIA+ steht für lesbische, schwule, bisexuelle, trans-, inter- und asexuelle Menschen sowie weitere queere Identitäten.

Krach: „Wir stehen zusammen“

Steffen Krach tritt für die SPD an. Er stellt den Zusammenhalt in den Mittelpunkt: „Es erschüttert uns, dass ein Tag der Liebe angegriffen wird“, schrieb der Spitzenkandidat auf der Plattform „X“. Wir stehen zusammen.“

Brinker: „Kuschelkurs muss sofort ein Ende haben“

Kristin Brinker führt die AfD als Landes- und Fraktionsvorsitzende und tritt erneut als Spitzenkandidatin an. Sie äußert sich als einzige Kandidatin ohne Worte der Trauer und verbindet die Tat direkt mit einer politischen Forderung: „Der bisherige politische Kuschelkurs gegenüber gewaltbereiten Islamisten muss sofort ein Ende haben.“

Die Polizei sucht weiter nach dem 21-jährigen Abdul B. Sie kennt ihn bereits und ordnet ihn der islamistischen Szene in Berlin zu. Die Generalstaatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt Berlin ermitteln „aufgrund des Verdachts eines Anschlags“.

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