Spionage-Angriff
Russland nutzt Sicherheitslücke in Millionen Haushalten
Aktualisiert am 11.07.2026 – 10:33 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein nicht abreißender Strom aus Waffen- und Hilfslieferungen fließt aus Europa in die Ukraine. Russland schaut dabei offensichtlich sehr genau zu.
Russische Hacker haben zivile Kameras gehackt, um Nato-Militärstützpunkte auszuspionieren. Das berichtet die britische Zeitung „The Telegraph“ unter Berufung auf eine gemeinsame Untersuchung des niederländischen Inlandsgeheimdienstes AIVD und des Militärgeheimdienstes MIVD. Die Täter hätten sich Zugang zu Geräten entlang militärischer Transportrouten verschafft, um herauszufinden, welche Waffen nach Kiew geliefert werden.
Betroffen seien laut den Behörden mehrere europäische Nato-Staaten sowie die Ukraine. Organisationen, deren Kameras an den betreffenden Routen liegen, seien inzwischen gewarnt worden, damit sie Gegenmaßnahmen ergreifen können. Um welche Kameratypen es sich konkret handelte, teilten die Geheimdienste nicht mit. In den vergangenen Jahren haben sich aber intelligente Türklingelsysteme, auf die sich über das Smartphone zugreifen lässt, aufgrund günstiger Importe aus China massenhaft verbreitet.
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Die niederländischen Ermittlungen zeigten, dass viele der gehackten Kameras kaum gesichert waren. Die Geräte würden „häufig Standardpasswörter, veraltete Firmware und Standardkonfigurationen aufweisen“, teilten die Behörden mit. Angreifer könnten solche Kameras deshalb vergleichsweise einfach über das Internet aufspüren und sich Zugang verschaffen.
Teil eines größeren Musters
Der Fall reiht sich in eine Serie zuvor bekannt gewordener Geheimdiensterkenntnisse ein, wonach Russland in Europa in großem Stil spioniert, um sich im Krieg gegen die Ukraine Vorteile zu verschaffen. Bereits im Mai 2025 hatten Sicherheitsbehörden aus Deutschland und den USA vor einer ähnlichen Taktik gewarnt. Die Spezialeinheit 26165 des russischen Militärgeheimdienstes GRU – bekannt als „Fancy Bear“ – habe sich seit 2022 Zugang zu Überwachungskameras an Grenzübergängen, Bahnhöfen und militärischen Einrichtungen verschafft, um Hilfslieferungen in die Ukraine zu verfolgen.
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Nach Angaben von BND, Verfassungsschutz und BSI waren rund 10.000 Kameras in der Nähe von Militäreinrichtungen und Bahnhöfen betroffen, der Großteil davon in der Ukraine und Rumänien. Ziele fanden sich aber darüber hinaus in insgesamt 13 Staaten, darunter auch Deutschland.
