Infrastruktur, Krankenhäuser und Co.
Interaktive Karte: So gut ist Ihre Gemeinde versorgt
25.05.2026 – 11:05 UhrLesedauer: 3 Min.

Viele Menschen in Deutschland klagen über schlechte Infrastruktur, über fehlende Krankenhäuser, Schulen und kulturelle Einrichtungen. Eine neue Studie zeigt nun, wo die öffentliche Grundversorgung objektiv am besten ist – und wo am schlechtesten.
Wie weit ist das nächste Theater entfernt? Gibt es genügend Schulen, Kindergärten und nahe Krankenhäuser? Und wie gut oder schlecht ist die Handynetzabdeckung? Fragen wie diese entscheiden für viele Menschen darüber, wie gern sie dort leben, wo sie leben. Oder darüber, wo sie hinziehen würden.
Unter „Daseinsvorsorge“ lässt sich all das technisch zusammenfassen – und auch messen, wie es jetzt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln getan hat. In einer umfassenden Studie, dem IW-Gemeindecheck, haben die Forscher anhand zahlreicher Kriterien sämtliche 10.817 Gemeinden in Deutschland untersucht.
Das Ergebnis: Keine Gemeinde in Deutschland ist so gut versorgt wie das Städtchen Haar am Rande Münchens mit seinen gut 23.000 Einwohnern. Hier ist das Angebot an Ärzten, Schulen, Freizeitmöglichkeiten am besten, ebenso die Anbindung an den ÖPNV. Und schnelles Internet gibt es auch.
Ostdeutsche Städte besonders gut versorgt
„Jenseits der Metropolen schneiden einige Mittel- oder Kleinstädte überraschend gut ab“, heißt es vom IW. Memmingen im Allgäu etwa kommt deutschlandweit auf Rang fünf, Friedrichroda im Thüringer Wald auf Rang zehn. „Umgekehrt enttäuschen einige Großstädte: Würzburg landet nur auf Rang 1.705, Oldenburg auf 1.462. Schlusslicht des Rankings ist Hirschthal in der Südwestpfalz.“
Mit am besten lebt es sich durchschnittlich in Nordrhein-Westfalen. Mehr als jede zweite Gemeinde NRWs fällt der Studie zufolge in die Kategorie „sehr gut“ versorgt, insgesamt 86 Prozent schneiden „sehr gut“ oder „gut“ ab. „Am anderen Ende steht Mecklenburg-Vorpommern: Dort gilt mehr als jede zweite Gemeinde als ’sehr schlecht‘ versorgt“, teilt das IW mit.
Auffällig: Ostdeutsche Städte sind besonders gut versorgt. 30 Prozent von ihnen fallen in die Kategorie „sehr gut“. Im Westteil des Landes gilt das nur für 20 Prozent der Städte. Wie Ihre eigene Gemeinde abschneidet? Das sehen Sie in folgender interaktiver Karte, in der Sie jede Gemeinde anklicken können. Weiter unten können Sie außerdem einer Tabelle nach Ihrer eigenen Gemeinde suchen.
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Das IW hat parallel auch eine repräsentative Umfrage unter rund 5.500 Teilnehmern zur Zufriedenheit der Deutschen mit ihrer Daseinsvorsorge in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: 53 Prozent der Menschen in Deutschland bewerten ihr örtliches Angebot positiv, nur jeder Vierte ist unzufrieden.
Unter den Anhängern von Union, SPD und Grünen empfindet demnach rund jeder Zweite die Versorgung als zuverlässig. Bei den Anhängern der AfD dagegen überwiege die Unzufriedenheit: 39 Prozent halten ihre Daseinsvorsorge für nicht zuverlässig, nur 26 Prozent für zuverlässig.
