In der Kabine
Mit versteckter Botschaft – Iran hinterlässt Brief im Stadion
Aktualisiert am 23.06.2026 – 03:34 UhrLesedauer: 3 Min.
Bei der WM muss Iran unter erschwerten Bedingungen antreten. Nun hat die Mannschaft einen Brief im Stadion hinterlassen – mit einer versteckten Botschaft.
Die iranische Nationalmannschaft hat bei der Fußball-WM einen handgeschriebenen Brief in der Kabine des SoFi-Stadiums in Los Angeles zurückgelassen. Das berichtet unter anderem die „Bild“-Zeitung, die ein Foto des Briefes veröffentlicht hat. In der Spielstätte hatte das Team aus dem Land, das zu Turnierbeginn offiziell noch Krieg mit dem WM-Gastgeber USA führte, seine ersten beiden Gruppenspiele bestritten.
Mit zwei Unentschieden gegen Neuseeland und Belgien steht die Mannschaft sportlich gut dar. „Vom antiken Persien von tausenden Jahren bis zum zivilisierten Iran von heute, der Geist des Iran lebt weiter und bleibt standhaft“, schreibt die Mannschaft. „Wir sind mit Stolz nach Los Angeles gekommen, sind mit Ehre angetreten und gehen mit Würde. Danke, Los Angeles, für die Gastfreundschaft. Und danke an jeden Iraner, der sein Herz, seine Stimme und Seele während dieser 180 Minuten gegeben hat. Mögen Frieden, Respekt und Freundschaft zwischen allen Nationen siegen“, heißt es in dem Brief weiter.
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Die versöhnlichen Worte in dem hinterlassenen Brief haben nur auf den ersten Blick bestand. Zwischen zwei Absätzen haben die Spieler aber in roter Farbe „#168“ und „#minab“ geschrieben. Das stellt offenbar einen Verweis auf eine mutmaßlich von US-Kampfjets durchgeführte Bombardierung einer Schule in der iranischen Stadt Minab dar, bei der Ende Februar Berichten zufolge 168 Menschen getötet wurden. Dabei handelte es sich vor allem um Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder.
Der Verweis in dem Brief des iranischen Fußballteams legt nahe, dass sich die iranische Mannschaft aufseiten des herrschenden Mullah-Regimes in ihrem Heimatland positionieren möchte.
In der Tat hatten Regimekritiker in der Mannschaft bislang keinen einfachen Stand. So wurde im Frühjahr der ehemalige Nationaltorhüter Rashid Mazaheri verhaftet, weil er das iranische Regime öffentlich kritisiert hatte. Die Verhaftung hatte viele Schlagzeilen im Ausland verursacht und war auch Gegenstand von Protesten der iranischen Diaspora in den USA, die im Rahmen der WM-Spiele stattgefunden hatten. Eine der Demonstrantinnen vor dem Stadion in Los Angeles hatte die Mannschaft Irans scharf kritisiert. „Dies ist nicht unser Team“, hatte sie in einem Beitrag der indischen Nachrichtenagentur ANI News gesagt.
