„Wieso nicht zur Abwechslung Grüß Göttin?“

Schild in Österreich: Politikerin spricht von „Provokation“


Aktualisiert am 06.11.2026 – 10:54 UhrLesedauer: 2 Min.

Schild mit der Aufschrift „Grüß Göttin“ (Archivbild): Seit kurzer Zeit steht es am Ortseingang von St. Pölten. (Quelle: imago stock&people/imago)

Ein Schild in Niederösterreich erhitzt die Gemüter. Die Idee einer Künstlerin kommt nicht bei allen gut an.

Die Grußformel „Grüß Gott“ ist nicht nur in Bayern, sondern auch in Österreich und Südtirol weit verbreitet. Ungewöhnlich ist jedoch der Schriftzug, den Autofahrer seit Ende Oktober an der Ortseinfahrt der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten lesen: „Grüß Göttin“ steht darauf. Wie mehrere österreichische Zeitungen berichten, stößt die leicht abgewandelte Grußformel keineswegs überall auf Gegenliebe.

Die Begrüßungstafel ist das Werk der Tiroler Künstlerin Ursula Beiler. Das Kunstwerk existiert bereits seit 2008. Von 2009 bis 2016 stand die Tafel an der Inntal-Autobahn bei Kufstein Nord, wie die Zeitung „Heute“ berichtete. Später war das Schild unter anderem vor dem Grazer Hauptbahnhof sowie bei der Autobahnauffahrt Innsbruck Mitte zu sehen. Nun hat das Werk mit der 60.000-Einwohner-Stadt St. Pölten einen neuen Standort gefunden. 30.000 Autofahrer passieren die Stelle täglich.

Österreich: Protest gegen weibliche Grußformel

Auf der Webseite der Stadt wird Beiler als „feministische Künstlerin“ beschrieben. „Praktisch an allen touristischen Plätzen, aber auch Ortschaften, steht ein Schild mit der Aufschrift ‚Grüß Gott‘. Wieso nicht einmal zur Abwechslung ‚Grüß Göttin‘? Aus diesem Gedanken ist die Tafel entstanden“, erklärte die Bildhauerin, Land-Art-, Installations- und Performancekünstlerin.

Bei der rechtspopulistischen FPÖ hält sich das Verständnis für das Kunstwerk in Grenzen. Landes- und Gemeinderat Martin Antauer sprach von „feministischer Symbolpolitik“, wie die „Kronen Zeitung“ berichtete. Auch die Bürgerplattform „Pro St. Pölten“ protestierte gegen die Installation. Die langjährige ÖVP-Stadträtin Ulrike Nesslinger wandte sich mit ihrer Kritik sogar an Bischof Alois Schwarz. Im Namen der Kunst werde mit dem Namen Gottes „Schindluder getrieben“, heißt es in dem Schreiben, aus dem die „Kronen Zeitung“ zitiert. Sie fordert den Bischof auf, Schritte zur Entfernung „dieser Provokation“ zu setzen.

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