Sie träumen von der finanziellen Freiheit und von einem sehr frühen Ruhestand: die Fire-Anhänger. Wie es mit der Rente ab 40 oder 50 klappt.

Ein schönes Leben im Alter, beste Gesundheit, keine finanziellen Sorgen, dafür aber jede Menge Zeit für Reisen und Hobbys – davon träumen wohl die meisten Menschen. Je früher es losgehen kann, desto besser. Kein Wunder, dass die Debatte über die Abschaffung der „Rente mit 63“ so hitzig geführt wird.

Es gibt aber Menschen, für die diese Debatte völlig irrelevant ist. Denn sie planen, das Arbeitsleben schon viel früher hinter sich zu lassen. Mit 40 oder 45 Jahren, spätestens aber mit 50 soll Schluss sein. Sie sind Anhänger der Fire-Bewegung. Die vier Buchstaben stehen für „Financial Independence, Retire Early“; übersetzt: finanzielle Unabhängigkeit, früher Ruhestand.

Bescheidenes Leben, hohe Sparquote

Um dieses Ziel zu erreichen, sparen die Fire-Anhänger schon in jungen Jahren sehr viel Geld. Sie leben frugal, also sehr bescheiden, verzichten bewusst auf Konsum und investieren einen Großteil ihres Geldes an der Börse sowie in vermietete Eigentumswohnungen, um so möglichst hohe Einkünfte aus ihrem Vermögen zu erzielen. Sind Dividenden, Zinsen und Mieteinnahmen hoch genug, um dauerhaft davon leben zu können, dann gelten diese Menschen als finanziell frei. Träumen auch Sie von dieser Freiheit?

Das Ganze hat aber einen Haken: Wer nicht viel verdient, wird es kaum schaffen, binnen weniger Jahre ein größeres Immobilienportfolio oder ein dickes Aktiendepot aufzubauen. Um mit 40 oder 50 Jahren in Rente gehen zu können, braucht es einiges an Vermögen.

Überhaupt kann auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit einiges schiefgehen. Eine Wirtschaftskrise und ein Börsencrash zur falschen Zeit – und schon sprudeln die Dividenden nicht mehr so schön, von möglichen größeren Kursverlusten ganz zu schweigen. Auch die Inflation kann zum Stolperstein werden. Wer hier falsch kalkuliert, kann sein blaues Wunder erleben. Wie schnell das Leben deutlich teurer werden kann, haben wir alle in den vergangenen Jahren gesehen.

Dividenden und Zinsen allein reichen nicht

Überhaupt die Kalkulation: Wie viel Vermögen braucht es, um finanziell frei zu sein? Das hängt natürlich stark vom persönlichen Lebensstil ab, die einen brauchen weniger, die anderen mehr. Seien Sie lieber etwas großzügiger zu sich selbst, dann sind Sie auf der sicheren Seite. Gerade überzeugte Frugalisten könnten dazu neigen, zu knapp zu kalkulieren. Es gilt also zu rechnen. Nur mit Dividenden und Zinsen werden Sie kaum ans Ziel kommen. Bei Dividendenrenditen von drei bis fünf Prozent müssten Sie schon sehr viel Geld investieren. Noch mehr, wenn Sie eher auf Zinsprodukte setzen wollen. Wahrscheinlich werden Sie dann Geld aus Ihrem Depot (oder von Ihren Sparkonten) entnehmen müssen.

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