„Dann scheiterst du“

RTL-Chef gesteht Fehler bei Raab-Comeback ein


05.10.2026 – 23:46 UhrLesedauer: 2 Min.

Stefan Raab: Er feierte sein TV-Comeback bei RTL. (Quelle: RTL)

Der Entertainer kehrte 2024 nach zehn Jahren Pause ins TV zurück – mit einem Millionendeal bei RTL. Es folgten mehrere Quotenflops, auf die der Sender jetzt reagiert.

Lange galt er als einer der größten Entertainer im deutschen Fernsehen und feierte mit seinen Showformaten riesige Erfolge. Doch im Dezember 2015 verabschiedete sich Stefan Raab aus dem deutschen Fernsehen und der Öffentlichkeit. Fast zehn Jahre lang herrschte Funkstille, bis er im Herbst 2024 sein Comeback feierte – bei RTL statt bei seinem früheren Heimsender ProSieben.

Der Kölner Privatsender holte den TV-Star mit einem exklusiven Fünfjahresvertrag in Millionenhöhe auf den Bildschirm zurück. Seitdem liefen zahlreiche Formate mit dem 59-Jährigen, die allerdings nicht alle von Erfolg gekrönt waren. Neben schlechten Quoten musste RTL auch viel Kritik für das umfangreiche Raab-Programm einstecken.

„Wir haben zu viel ausprobiert“

Rund zwei Jahre nach dem TV-Deal blickt CEO Stephan Schmitter zurück und gesteht auch Fehler ein. „Wir sind ja damals, als wir den Vertrag dann unterschrieben haben, sehr schnell gestartet“, sagte er im Gespräch mit „Der Standard“. Man sei „sofort reingegangen in eine 90-minütige Live-Show jeden Mittwochabend, die auch noch zweigeteilt war. Uralter Fehler beim Fernsehen. Hybride Sendungen haben noch nie funktioniert.“

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„Du gewinnst hier nicht die Million“ wurde aufgrund schlechter Quoten nach rund 30 Folgen eingestellt. Auch andere Formate wie „Die Unzerquizbaren“ fielen beim Publikum durch. „Wir haben zu viel ausprobiert, die Erwartungshaltung hochgedreht und dann haben sich natürlich alle draufgestürzt. Dann kriegst du halt links und rechts ein paar Watschen“, gestand der RTL-Chef.

Daraus habe man aber gelernt und konzentriere sich mittlerweile auf das Altbewährte. „Du musst solche Menschen, die eine ganze Epoche des Fernsehens geprägt haben, am Ende in die Situation bringen, die die Zuschauer auch erwarten“, so Stephan Schmitter. Sie wollen Raab „im Wok den Eiskanal runtersegeln sehen oder fallen sehen, wie bei der ‚Jetski-WM‘ zuletzt“, wisse der Sender rückblickend. „Dann sagen Leute: ‚Jawohl, das ist der Raab, den ich gerne mag!“

Auch die mit Barbara Schöneberger moderierte Quizshow „Wer weiß wie wann was war?“, die mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde, untermauere das. „Du siehst, was geht, wenn du dich auf das besinnst, was man von ihm erwartet. Wenn du die Leute aber in andere Situationen bringst, nach dem Motto ‚Wir brauchen neue Sachen‘, dann scheiterst du. Da haben wir jetzt viel gelernt.“

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