Unterschätztes Risiko

RSV-Infektion kann das Herz belasten


Aktualisiert am 30.10.2026 – 10:21 UhrLesedauer: 2 Min.

Bei Menschen mit chronischer Herzerkrankung kann eine RSV-Infektion zu Komplikationen führen. (Quelle: gradyreese/getty-images-bilder)

RS-Viren kennen viele vor allem als Erreger von Atemwegsinfekten. Doch ein Infekt kann auch das Herz belasten. Warum Herzkranke besonders aufpassen sollten.

Viele Menschen bringen das respiratorische Synzytial-Virus (RSV) vor allem mit Säuglingen und Kleinkindern in Verbindung. Denn sie erkranken besonders häufig daran, oftmals mit schwerem Verlauf. Doch auch Erwachsene können sich anstecken. Insbesondere für Ältere oder Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann die Infektion problematisch werden, da sie nicht nur die Lunge, sondern auch das Herz belasten kann.

Zwar verläuft eine RSV-Infektion bei ansonsten gesunden Erwachsenen in der Regel mild und macht sich allenfalls als leichte Erkältung bemerkbar. Bei bestimmten Risikogruppen kann der Infekt jedoch schwer verlaufen. Dazu zählen vor allem:

  • Menschen ab 60 Jahren mit einem geschwächten Immunsystem oder bestimmten Vorerkrankungen (etwa Herz-, Lungen- oder Nierenerkrankungen, neurologischen Erkrankungen sowie Diabetes mellitus)
  • Menschen ab 60 Jahren, die in einer Pflegeeinrichtung leben
  • Menschen ab 75 Jahren (ohne Grunderkrankungen)

Wie kann eine RSV-Infektion das Herz beeinflussen?

Nicht jeder RSV-Infekt muss zu Herzproblemen führen. Atemwegsinfektionen belasten jedoch grundsätzlich den gesamten Körper, auch das Herz. Sie lösen im Körper Entzündungsreaktionen aus. Gleichzeitig steigt der Sauerstoffbedarf, während die Lunge durch den Atemwegsinfekt möglicherweise weniger Sauerstoff liefert. Für ein bereits geschwächtes Herz kann das eine große Belastung sein.

Durch eine RSV-Infektion kann sich daher eine bereits bestehende Herzkrankheit verschlechtern oder das Risiko für verschiedene Herz-Kreislauf-Komplikationen erhöhen, etwa für:

Nach RSV-Infekt: Höheres Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt

Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass vor allem im ersten Jahr nach einer RSV-Infektion bei älteren Menschen das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle deutlich steigt. Und zwar in ähnlichem Ausmaß wie nach einer durchgemachten Grippe (Influenza). Besonders kritisch scheint dabei die Zeit direkt nach der Infektion zu sein, denn in den ersten Tagen bis Wochen ist das Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse am höchsten.

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Herzkranke sollten daher bei und nach Atemwegsinfekten besonders aufmerksam sein, auch wenn nicht klar ist, ob es sich um RSV oder ein anderes Virus handelt. Stellen sich Beschwerden wie zunehmende Atemnot, Brustschmerzen, Herzstolpern, Herzrasen oder starke Erschöpfung ein, ist eine ärztliche Abklärung immer ratsam.

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