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Rossmann will eigenes Angebot erweitern


14.07.2026 – 15:55 UhrLesedauer: 2 Min.

Rossmann-Filiale: Die Drogeriekette will künftig Medikamente versenden. (Quelle: IMAGO/Elke Münzel/imago)

Die Konkurrenz macht es vor, nun zieht der Drogerieriese aus Großburgwedel nach. Rossmann will künftig Medikamente verschicken – und geht dabei einen Schritt weiter als dm.

Normalerweise sucht der Drogeriekonzern Rossmann nach Verkäufern für seine über 2.300 Filialen. Momentan findet sich im Jobportal des Unternehmens aus dem niedersächsischen Großburgwedel allerdings ein eher ungewöhnliches Jobangebot: Gesucht wird nach Apothekern und pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA).

Hinter den Jobangeboten steht der geplante Einstieg der Drogeriekette in den Gesundheitsmarkt. Geplant ist die Gründung einer eigenen Versandapotheke, die ihren Sitz im niederländischen Emmen unmittelbar an der deutschen Grenze haben soll. Wie schon der Konkurrent dm, sieht das Unternehmen großes Potenzial im Arzneimittelversandhandel. Anders als dm will Rossmann auch rezeptpflichtige Medikamente versenden – dafür braucht das Unternehmen jedoch Apotheker und PTAs.

Händler drängen in den Gesundheitsmarkt

Einzelhändler wie dm, Rossmann oder auch Kaufland sehen im Geschäft mit Gesundheitsdienstleistungen großes Potenzial. So bietet dm in einigen seiner Märkte Augenscreenings, Blut- oder Hautanalysen an. Zudem vertreibt die Drogeriekette aus Karlsruhe über ihre eigene Online-Apotheke rezeptfreie Medikamente wie Schmerz- oder Halsschmerztabletten. Die Supermarktkette Kaufland bietet in einer Filiale im baden-württembergischen Mosbach eine telemedizinische Arztsprechstunde an.

Damit stoßen die Händler bei den Kunden durchaus auf Interesse. Eine Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte unter 1.000 Konsumenten zeigte, dass sich 60 Prozent der Befragten vorstellen können, Gesundheitsdienstleistungen im Einzelhandel wahrzunehmen. Besonders Drogerien stoßen bei vielen Kunden auf Akzeptanz – ihnen werden häufig Kompetenzen in den Bereichen Gesundheit und Wohlbefinden zugeschrieben.

Gegenwind gibt es hingegen aus der Ärzte- und Apothekerschaft. Im Februar reichte die Wettbewerbszentrale Klage beim Landgericht Karlsruhe gegen dm ein. Der Vorwurf: Das Unternehmen vermische sein Drogerieangebot mit dem von Apotheken. Was im stationären Handel unzulässig sei, dürfe nach Auffassung der Wettbewerbszentrale im Onlinehandel genauso behandelt werden. Im Dezember 2025 hatte die Wettbewerbszentrale bereits eine Klage gegen die Augenscreenings bei dm eingereicht.

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