BMW Open

Rodel-Olympiasiegerin will jetzt im Tennis durchstarten


15.04.2026 – 18:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Dajana Eitberger präsentiert stolz ihre Medaillen von den Olympischen Winterspielen 2026 (Archivbild): In Mailand und Cortina d’Ampezzo holte sie Gold und Silber. (Quelle: Imago/Christian Heilwagen)

Sechs Weltmeisterinnen sprechen im Rahmen der BMW Open über die Hürden im Profisport. Eine von ihnen plant nach dem Karriereende eine zweite sportliche Laufbahn.

Bei den BMW Open in München stehen die Frauen normalerweise nicht im Mittelpunkt. Kein Wunder, ist das Tennis-Turnier auf dem Gelände des MTTC Iphitos im Nordteil des Englischen Gartens doch seit jeher ein reines Männerturnier. Am Mittwoch allerdings gehörte sechs Frauen die große Bühne – zumindest im Golden Racket Club, der VIP-Location von Sponsor Feinkost Käfer.

Während sich draußen auf dem Center Court der Brasilianer João Fonseca und der Franzose Arthur Rinderknech die gelben Filzbälle um die Ohren schlugen, nahmen drinnen im VIP-Bereich der BMW Open sechs Weltmeisterinnen Platz. Rund 40 Minuten lang sprachen Ricarda Funk, Elena Lilik, Lena Rühlings (alle Kanu), Dajana Eitberger, Anna Berreiter (beide Rennrodeln) und Anna-Maria Rieder (Para Ski Alpin) mit Moderator Matthias Killing über die Herausforderungen, mit denen Frauen im Profisport und zudem noch in Randsportarten zu kämpfen haben.

Dazu zählt mitunter die fehlende Sichtbarkeit in den Medien, die zumeist nur zu Großereignissen wie Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen gegeben ist. So erklärte Kanutin Funk: „Man arbeitet ehrlich gesagt das halbe Leben. Aber nicht gerade auf der großen Bildfläche, sondern größtenteils im Dunkeln. Man wird quasi kaum wahrgenommen.“

Und Para-Sportlerin Rieder, die als Frühchen dreieinhalb Monate zur früh zur Welt kam und von Geburt an halbseitig gelähmt ist, berichtete davon, wie sie 2023 im spanischen Espot Weltmeisterin in der Abfahrt wurde – vor einer Handvoll Zuschauern. „Es ist schon ziemlich traurig. Es fühlt sich an wie früher, wenn ich Kinder- oder Schülerrennen gefahren bin.“

Weitere Themen des Talks waren unter anderem die Periode als Tabuthema sowie die schwierige Finanzierung des Sports. Diese wäre ohne die deutsche Sporthilfe sowie die Athletenförderung von Bundeswehr, Bundespolizei und Zoll für viele Sportlerinnen, aber auch Sportler gar nicht möglich. Rodlerin Eitberger sprach zudem über ihren Spagat zwischen Mutterrolle und Leistungssport.

So habe sie nach der Geburt ihres Sohns im Februar 2020 oft gehört, „dass ich gar nicht mehr zurückkommen muss“. Vor sechs Jahren sei es noch „keine Selbstverständlichkeit“ gewesen, dass Mütter in den Leistungssport zurückkehrten. Ein großes Problem sei dabei, dass es bislang noch keine gesetzliche Regelung im Hinblick auf Mutterschutz für Athletinnen gibt. „Nur weil wir Sport machen, sind wir nicht anders als andere Mütter, die ihrer Berufung nachgehen“, sagte sie.

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