Kommt Gina H. lebenslang hinter Gitter?

Urteilsverkündung im Mordfall Fabian: „Das ist der Plan“


Aktualisiert am 05.10.2026 – 13:14 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Angeklagte Gina H.: Sie soll den achtjährigen Fabian aus Güstrow mit sechs Messerstichen getötet haben. (Quelle: dpa/Polizei Rostock / Collage: Arno Wölk)

Im Fabian-Prozess rückt das Urteil immer näher. Die Richter nennen erstmals einen konkreten Termin. Unterdessen löst eine Aussage der Angeklagten Gina H. Irritationen aus.

Nach mehr als fünf Monaten Mordprozess und über 30 Verhandlungstagen deutet sich im Fall Fabian ein Termin für die Urteilsverkündung an. Die Richter am Landgericht Rostock brachten den 10. November ins Spiel. „Das ist der Plan des Gerichtes“, sagte der Vorsitzende Richter Holger Schütt am Montag, dem 31. Prozesstag. Das Urteil würde damit genau dreizehn Monate nach dem Mord fallen.

Gina H. ist angeklagt, den Achtjährigen aus Güstrow (Landkreis Rostock) am 10. Oktober vorigen Jahres mit sechs Messerstichen heimtückisch ermordet und verbrannt zu haben, um Fabians Vater ganz für sich alleine zu haben. Dieser hatte sich zwei Monate vor der Tat von der 30-Jährigen getrennt – inzwischen sind beide wieder ein Paar und er glaubt an ihre Unschuld. Für Gina H. gilt die Unschuldsvermutung, sie bestreitet die Tat.

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Am kommenden Prozesstag, dem 8. Oktober, soll nach der aktuellen Planung des Gerichtes der psychiatrische Gutachter aussagen, der Gina H. seit Beginn des Verfahrens beobachtet. In dem Gutachten soll es insbesondere um die Frage gehen, ob Gina H. schuldfähig ist, woran sich bislang im Laufe des Prozesses keine Zweifel ergeben haben.

Prozess im Fall Fabian: Anwalt im Urlaub – Gericht bleibt klar

Einer ihrer Verteidiger, Andreas Ohm, kündigte an, am Donnerstag bereits im Auslandsurlaub zu sein. Er bat die Strafkammer, während der Präsentation des Gutachtens digital zugeschaltet zu werden – doch diese lehnte ab. Die Strafprozessordnung sehe eine solche audiovisuelle Teilnahme nicht vor, hieß es zur Begründung.

Anwalt Andreas Ohm, die Angeklagte Gina H. und Anwalt Thomas Löcker im Landgericht Rostock: Ohm darf sich zur Präsentation des Gutachters nicht aus dem Urlaub zuschalten. (Quelle: Bernd Wüstneck/dpa)

Nach dem 8. Oktober geht der Prozess in eine weitere dreiwöchige Pause, bevor am 29. und 30. Oktober die Plädoyers von Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung vorgetragen werden sollen. Dann hätte Gina H. das letzte Wort, bevor am 10. November der Termin zur Urteilsverkündung wäre – am 35. Prozesstag.

Gina H. sah Fabian angeblich wie einen eigenen Sohn

Der Prozesstag am Montag war vergleichsweise kurz, das Gericht ließ abgehörte Telefonate aus der Zeit nach dem Leichenfund abspielen. Gina H. hatte den Fund des toten und verbrannten Jungen der Polizei gemeldet. Zuerst hatte sie behauptet, ihn zufällig am 14. Oktober beim Spazierengehen gefunden zu haben. Inzwischen gilt als gesichert, dass sie bereits am Abend zuvor mit zwei Männern nacheinander bei der Leiche an einem abgelegenen Tümpel bei Klein Upahl war. Gina H. behauptet entgegen bisheriger Zeugenaussagen, von einem der Männer dorthin geführt worden zu sein.

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