„Es gab Tränen“

Nach Kreuzfahrt-Fiasko: Senioren verlieren Dach über Kopf


Aktualisiert am 31.10.2026 – 03:17 UhrLesedauer: 2 Min.

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Im Video: Reaktionen des Kapitäns und der Passagiere.

Plötzlich endet die Kreuzfahrt – und mehr als 200 Personen müssen in Kambodscha ihr schwimmendes Zuhause verlassen. Ein Politiker findet deutliche Worte.

Nach dem plötzlichen Ende der Kreuzfahrt des Schiffs „Odyssey“ sind mehr als 200 Personen in Kambodscha gestrandet. Wie der stellvertretende Provinzgouverneur Long Dimanche der „Phnom Penh Post“ erklärte, befanden sich auf dem Schiff vor allem Rentner. Sie und große Teile der Crew seien nun „obdachlos – tausende Kilometer von ihren Heimatländern“ entfernt.

Der US-Kreuzfahrtveranstalter Villa Vie Residences hatte am Dienstag überraschend mitgeteilt, dass die Reise des Schiff „Odyssey“ in Kambodscha enden werde. Das Schiff war seit dem Oktober 2024 unterwegs – das Unternehmen hatten den Kunden eine Fahrt ohne Ende versprochen. Neben normalen Ferienkabinen konnten die Gäste auch Zimmer auf Lebenszeit anmieten.

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Villa Vie Residences begründete die Entscheidung mit den infolge des Iran-Kriegs stark gestiegen Dieselpreise.

Kreuzfahrt endet plötzlich: „Es bricht mir das Herz“

Mehrere Bewohner bezweifeln, dass das Aus lediglich auf den Iran-Krieg zurückzuführen sei. Eine Passagierin erklärt AP: „Wir sind es leid gewesen, alle zwei bis vier Wochen um Geld für Benzin und für alles Mögliche gebeten zu werden.“ Das Unternehmen habe sich durch Misswirtschaft immer tiefer in die Krise manövriert.

Ein anderer Passagier erklärt dem US-Sender CBS: „Es bricht mir das Herz.“ Er stehe aktuell unter Schock. Er erklärt: „Es gibt Menschen, die jetzt obdachlos sind, kaum Geld haben und nicht wissen, wo sie hin sollen.“ Wie der Dimanche erklärte, hatten einige Passagiere ihrem kompletten Besitz verkauft, um sich die Fahrt leisten zu können.

Die britische Zeitung „Independent“ berichtet von einem Ehepaar, das seine Firma verkauft hatte, um sich mit den 100.000 Dollar eine Kabine zu finanzieren. Die 56-jährige Frau erklärt, dass sie jetzt nicht nur ein Zuhause verliere: „Es gab viele Umarmungen und Tränen. Wir haben unsere zwei Jahre an Bord geliebt – die Abenteuer, die Freundschaften und vor allem die Gemeinschaft.“

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Mehr als zwei Jahre war die „Odyssee“ auf hoher See. Doch jetzt ist Schluss. Die Passagiere müssen die Koffer packen und gehen. Dabei hatten viele dafür bezahlt, dauerhaft auf dem Schiff zu leben. Der Grund: die hohen Ölpreise und Spritmangel. Zum Teil mussten Kühlanlagen abgestellt werden. Hätte das Unternehmen die Preise an die Kunden weitergegeben, hätte eine Kabine pro Monat nicht 1.800 Dollar, sondern 6.000 bis 8.000 Dollar gekostet, so das Unternehmen. Viele der rund 200 Passagiere sind empört. Gott und haben ein echtes Problem. Das Schiff ist vorerst in Kambodscha gestrandet. Ein Ende des Landgangs ist vorerst nicht in Sicht.

Nach der Verkündung der Entscheidung wurden den Gästen laut Dimanche nur sieben Stunden gegeben, um das Schiff zu verlassen. Die US-amerikanische Nachrichtenagentur AP berichtet, dass es für die Fahrgäste keine Unterstützung von dem Unternehmen gegeben habe. Um alle praktischen Anliegen wie eine Unterkunft und den Rückweg in die Heimat hätten sie sich selbst kümmern müssen.

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