Badegäste lassen Müll liegen
Rattenplage an Adria-Strand: „Widerlich“
26.08.2026 – 11:12 UhrLesedauer: 3 Min.
Essensreste sind ein gefundenes Fressen für Ratten. In einem italienischen Urlaubsort nehmen die Nager überhand. Die Einheimischen sind angewidert.
In einer kleinen Küstenstadt in Italien ärgern sich die Anwohner über eine Rattenplage am Strand. Die Stadt Muggia am Golf von Triest kämpft mit dem verstärkten Einsatz von Giftködern gegen die Nager. Als Ursache sieht die Gemeinde vor allem Essensreste und Verpackungen, die Badegäste entlang der Küste zurücklassen. Besonders an den Wochenenden häuften sich Pizzakartons und andere Lebensmittelverpackungen am Ufer, berichten italienische Medien unter Berufung auf die Stadtverwaltung.
Im Laufe des Sommers sei eine starke Zunahme der Rattenpopulation an verschiedenen Abschnitten der Küste festgestellt worden. Bürgermeister Paolo Polidori appellierte deshalb an die Badegäste, keine Lebensmittel zurückzulassen. „Die Zahl der Köder wurde mehr als verdoppelt“, sagte Polidori. Solange die Ratten jedoch frei zugängliches Futter fänden, würden sie dieses den Ködern vorziehen.
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Sicherheitsdienst überwacht Strand
Der Bürgermeister rief die Besucher zudem dazu auf, Verstöße zu melden. Für das Zurücklassen von Abfällen seien bereits Bußgelder von 150 bis 450 Euro vorgesehen. Die Stadt prüfe nun, diese Strafen zu verschärfen. Polidori bezeichnete das Verhalten der Müllsünder als „besonders unsinnig und unzivilisiert“.
Die Maßnahmen treffen Muggia noch während der laufenden Urlaubssaison. Die Gemeinde hatte bereits für diesen Sommer zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen an der stark frequentierten Küste organisiert. Ein Sicherheitsdienst überwacht unter anderem die Bereiche Acquario, Molo T und Lungomare Venezia bis Ende August. Zusätzlich erwägt die Verwaltung, im Bereich Acquario weitere Schilder aufzustellen, die Besucher eindringlicher dazu auffordern sollen, keine Essensreste liegenzulassen.
Wie viele Rattenköder insgesamt entlang der Küste ausgelegt wurden, teilte die Gemeinde nicht mit. Auch die Kosten der zusätzlichen Rattenbekämpfung wurden in den bislang veröffentlichten Angaben nicht beziffert.
Acht große Ratten in einer halben Stunde
Das Rattenproblem wird in den Facebook-Auftritten der lokalen Medien von den Lesern rege diskutiert. Eine Leserin beschreibt: „Neulich abends habe ich meine Kinder zum ersten Mal mit zum Strand genommen. Wir waren vielleicht eine halbe Stunde dort und sind dann geflüchtet. In der kurzen Zeit haben wir acht große Ratten gesehen, die ganz ungestört zwischen den Spielgeräten der Kinder herumliefen. Einfach widerlich.“ Eine andere Leserin schreibt resigniert: „Ratten gibt es überall: in Barcola, Muggia, in der Stadt, in Basovizza, im Val Rosandra. Sie suchen Wasser, sie haben Durst. Es gibt sie dort schon seit 500 Jahren. Sie auszurotten, ist unmöglich.“ Und in einem weiteren Kommentar fordert eine Frau: „Wir brauchen Katzen.“
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Wofür ist Muggia bekannt?
Das malerische Städtchen Muggia ist berühmt als das einzige istrische Küstenstädtchen, das nach dem Zweiten Weltkrieg bei Italien verblieb und nicht an das ehemalige Jugoslawien fiel. Wer durch die engen Gassen der Altstadt schlendert, spürt sofort das tief verwurzelte venezianische Erbe, das sich in gotischen Palästen und dem historischen Fischerhafen widerspiegelt. Hoch über den bunten Häusern thront eine Burg aus dem 14. Jahrhundert sowie die archäologische Stätte Muggia Vecchia mit einer Basilika aus dem 9. Jahrhundert. Neben dieser reichen Geschichte zieht vor allem der traditionsreiche Karneval von Muggia jährlich zahlreiche Besucher in seinen Bann. Heute gilt die charmante Kleinstadt als lebendiges Bindeglied zwischen italienischer, venezianischer und istrischer Kultur direkt am Golf von Triest.
