70 von 120 Stellen weg

Supermarkt-Baufirma streicht mehr als die Hälfte aller Jobs

13.10.2026 – 12:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Fassade eines Edeka-Markts (Symbolbild): Eine Baufirma für Supermärkte ist insolvent. (Quelle: IMAGO/Swaantje Hehmann/imago)

Steigende Baukosten, sinkende Nachfrage: Das Bauunternehmen Ratisbona baut radikal um. 70 von rund 120 Stellen fallen weg.

Das auf den Bau von Supermärkten spezialisierte Regensburger Unternehmen Ratisbona hat angekündigt, rund 70 von etwa 120 Stellen zu streichen. Künftig soll die Firma mit rund 50 Mitarbeitern weiterarbeiten.

„Wir haben entschieden, Ratisbona neu aufzustellen und bauen aus eigener Kraft um“, teilte das Unternehmen mit. Mit allen betroffenen Mitarbeitern würden persönliche Gespräche geführt. Einen konkreten Grund für den Stellenabbau nannte Ratisbona nicht. Nach Informationen der „Lebensmittel Zeitung“ soll das Management der Belegschaft bei einer Quartalssitzung die schwierige wirtschaftliche Lage des Unternehmens dargelegt haben.

Ratisbona baut vor allem Märkte für Handelsketten wie Netto und Edeka. Das hat historische Gründe: Firmengründer Rudolf Schels war einst auch Gründer des Edeka-Discounters Netto. Heute führt sein Sohn Sebastian Schels die Geschäfte. Die Hamburger Edeka-Zentrale ist als Kommanditist an der Ratisbona Projektentwicklung KG beteiligt.

Das Unternehmen begründet den Umbau auch mit einem veränderten Markt für Nahversorgungsimmobilien. Es entstünden weniger neue Standorte, die Baukosten seien schneller gestiegen als die Mieten, und Investoren kauften gezielter, heißt es von Ratisbona. Ein Branchenkenner fasst den Druck auf die Branche so zusammen: „Die Baukosten steigen exponentiell“ – gerade im nachhaltigen Bauen stärker als im konventionellen Bau.

Dem Vernehmen nach soll auch das Regionalbüro in Erfurt geschlossen und Vorhaben in Ostdeutschland eingestellt werden. Laufende Projekte dort will das Unternehmen nach eigenen Angaben aber weiter betreuen. Dazu zählt der Bau eines Edeka-Markts in Haimhausen bei München, der Ende November übergeben werden soll – und der laut Recherchen der „Lebensmittel Zeitung“ mehr kostet als ursprünglich geplant.

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