Euro NCAP kritisiert

Touchscreen statt Tasten: Diese Autos schwächeln bei der Bedienung


13.10.2026 – 13:28 UhrLesedauer: 3 Min.

Xpeng X9: Der Elektro-Van kommt fast vollständig ohne Knöpfe und Schalter aus. (Quelle: Xpeng)

Viele Hersteller ersetzen Tasten durch große Bildschirme. Euro NCAP sieht darin ein Sicherheitsrisiko und nennt Modelle, die bei der Bedienbarkeit besonders schlecht abschneiden.

Displays haben die Innenräume von Autos erobert – erst für die Steuerung von Navigation und Musik, später auch für die Bedienung von Klima, Licht oder Assistenzsystemen. Die Folge: Einige Funktionen verschwinden in Untermenüs und das scheinbar reduzierte Design wird zur Ablenkungsfalle.

Deshalb ist die Bedienbarkeit zum Bewertungskriterium bei den Untersuchungen von Euro NCAP geworden: Die Organisation prüft seit diesem Jahr verstärkt, wie einfach sich wichtige Funktionen im Auto erreichen lassen. Die Experten sehen die zunehmende Verlagerung in Touchscreen-Menüs kritisch – und die aktuellen Tests geben ihnen recht: Hier zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Herstellern. Besonders schlecht schneiden mehrere Modelle ab, die stark auf Bildschirmbedienung setzen.

Welche Autos schwach abschneiden

Euro NCAP bewertet hierbei zentrale Funktionen, die im Straßenverkehr schnell erreichbar sein sollen. Dazu zählen Blinker, Scheibenwischer und Scheibenwaschanlage, Warnblinker, Hupe sowie der eCall-Notruf.

Nach den Kriterien der Organisation sollen diese Funktionen intuitiv und über direkte physische Bedienelemente gesteuert werden können – also über Tasten, Hebel oder Schalter. Werden sie stattdessen in Touchscreen-Menüs verlegt, kann das die Bewertung deutlich verschlechtern.

Die schwächsten Werte im Kapitel Bedienung (Bestbewertung: 100 Prozent):

  • Leapmotor B05: 0 Prozent
  • Xpeng X9: 20 Prozent
  • Zeekr 7GT: 20 Prozent
  • Aion UT: 20 Prozent
Cockpit des Leapmotor B05: Hier gibt es nur wenige Knöpfe. (Quelle: Leapmotor)

Beim Xpeng X9 kritisiert Euro NCAP besonders die starke Abhängigkeit vom zentralen Touchscreen. Das Fahrzeug verlasse sich bei grundlegenden Funktionen zu sehr auf Bildschirmbedienung. Dadurch könne der Fahrer abgelenkt werden.

Audi und Kia zeigen den Gegenentwurf

Dass es auch anders geht, zeigen Audi Q7 und Kia EV2. Beide Modelle schneiden bei den Fahrbedienelementen gut ab, weil wichtige Funktionen weiterhin direkt erreichbar sind. Der Audi Q7 erreicht in diesem Bereich laut Euro NCAP insgesamt 90 Prozent. Bei den essenziellen Fahrfunktionen kommt er auf 100 Prozent, bei Komfort und Infotainment auf 80 Prozent.

Audi Q7: Sein Bedienkonzept schnitt bei den Prüfern gut ab. (Quelle: Audi)

Auch der Kia EV2 wird von der Prüforganisation positiv bewertet. Das elektrische SUV setzt bei wichtigen Funktionen ebenfalls auf klassische Bedienelemente. Der BMW iX3 erreicht bei den Fahrbedienelementen 100 Prozent. Cupra Raval und Geely E2 kommen jeweils auf 80 Prozent.

Damit zeichnet sich in den Ergebnissen ein Unterschied ab: Mehrere europäische Hersteller schneiden bei der Bedienung grundlegender Funktionen gut ab. Unter den chinesischen Herstellern fallen mehrere Modelle deutlich zurück. Eine Ausnahme ist Geely mit dem E2.

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