„Weck mich auf“

25 Jahre später: Rapper legt Hit von Samy Deluxe neu auf


23.10.2026 – 14:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Samy Deluxe auf der Bühne (Archivbild): Mit „Weck mich auf“ erreichte der Hamburger Rapper 2001 Platz vier der deutschen Singlecharts. (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)

Ein Hamburger Rap-Klassiker bekommt einen neuen Text. Darin wendet sich ein Berliner Musiker direkt an den Mann hinter dem Original.

Die Melodie ist vertraut, auch die Bitte, aus diesem Albtraum aufzuwachen. Doch die Strophen sind neu: Der Berliner Rapper Finity hat sich Samy Deluxes „Weck mich auf“ vorgenommen und mit einem eigenen Text aufgenommen.

Die Neuinterpretation „Weck mich auf 2026“ ist am Freitag, 23. Oktober, erschienen. Finity schreibt nach eigenen Angaben für Budde Music, den Musikverlag, bei dem auch Samy Deluxe unter Vertrag steht.

Produziert hat die neue Fassung der Berliner Tyaz, der unter anderem für die Rapperin Kitty Kat tätig war. Finity und Tyaz veröffentlichten bereits 2025 den gemeinsamen Song „Seelenlos“.

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Von der Playstation zu ChatGPT und Social Media

Schon Samy Deluxe beschrieb 2001 die Perspektivlosigkeit seiner Generation, prangerte Rassismus an und attackierte Politik und Medien. Finity rappt ebenfalls über gesellschaftliche Spannungen: über die Spaltung zwischen links und rechts, zwischen Jung und Alt.

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Während im Original Jugendliche auf ihre Playstations starren, rappt Finity über endlose Unterhaltung und den Druck, jeden Trend mitzumachen. „Was ich morgen will, entscheidet nur mein Algorithmus“, heißt es bei ihm.

ChatGPT tritt in seinem Text an die Stelle von Psychologen, Streaming-Abos bieten eine Flucht vor der Welt. Zugleich zweifelt Finity daran, mit seiner Musik etwas verändern zu können: „Auch dieser Song wird’s nicht richten.“

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Im Original wollte Samy Deluxe den Kanzler anrufen

Samy Deluxe wandte sich im Original an den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder. Ein Vierteljahrhundert später spricht Finity nun Samy selbst an: Er würde dem Hamburger Rapper gern berichten, dass es besser laufe. Doch aus seiner Sicht hat sich nichts verändert.

Auch den Refrain verändert Finity. Samy Deluxe rief darin zur Selbsthilfe auf. In der neuen Fassung stehen Durchhalten und Ohnmacht nebeneinander: „Ich spür den Druck, doch noch halt ich dagegen“, rappt Finity. Und schließlich: „Wir können nicht ändern, was aus dieser Welt wird.“

„Weck mich auf“ erschien 2001 auf Samy Deluxes gleichnamigem Solodebüt und im September als Single. Der Song erreichte Platz vier und blieb 14 Wochen in den deutschen Singlecharts.

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