Schlag gegen Cybercrime
Polizei zerschlägt mutmaßlich größten Telefonbetrugs-Dienst
13.10.2026 – 18:17 UhrLesedauer: 1 Min.
Ermittler haben eine Plattform für Telefonbetrug abgeschaltet. Mehrere Männer wurden in Berlin und Serbien festgenommen.
Bei einem internationalen Einsatz gegen mutmaßliche Betreiber einer Betrugsdienst-Plattform haben die Polizei Berlin und serbische Behörden zwei Männer festgenommen. Zudem beschlagnahmten sie die technische Infrastruktur, wie die Berliner Ermittler erklärten.
Beamte in Serbien vollstreckten demnach drei Durchsuchungsbeschlüsse gegen drei Beschuldigte im Alter von 25, 26 und 27 Jahren. Gegen die beiden Männer wurden bestehende Haftbefehle vollstreckt. Zeitgleich durchsuchten Beamte Wohnungen in Charlottenburg-Wilmersdorf und Hessen sowie an mehreren Adressen in Nordrhein-Westfalen.
Die Ermittler beschlagnahmten Domains, Server und Telegram-Accounts der Plattform und schalteten sie ab. Den Angaben zufolge handelt es sich mutmaßlich um den größten Anbieter solcher Dienste im deutschsprachigen Raum.
Es soll Tausende Fälle gegeben haben
Den fünf Hauptbeschuldigten wird Beihilfe zum Computerbetrug in mehr als 18.000 Fällen vorgeworfen. Sie sollen Voice-over-IP-Dienste für Telefonbetrug bereitgestellt haben. Die Plattform soll Anrufe mit gefälschten Rufnummern ermöglicht haben – etwa für Betrugsmaschen mit falschen Bankmitarbeitern oder Polizeibeamten.
Nach bisherigen Ermittlungsergebnissen gingen mindestens 600.000 Anwahlversuche von der Infrastruktur aus. Nach derzeitigem Stand wiesen die Ermittler in 70 Fällen Schäden von etwa 764.000 Euro nach. Die Tatverdächtigen sollen mutmaßlich mehr als 1,6 Millionen Euro eingenommen haben.
Die Ermittlungen laufen seit Februar 2025, wie Polizei Berlin und Staatsanwaltschaft mitteilten.
