Risikospiel in Köln

Polizei verhängt elf Verbote vor Derby gegen Gladbach


08.10.2026 – 07:47 UhrLesedauer: 2 Min.

Polizisten im Rheinnergiestadion (Archivbild): In Köln bereiten sich Einsatzkräfte auf das Derby gegen Gladbach vor. (Quelle: IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl/imago)

Vor dem rheinischen Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach bereitet sich die Polizei auf einen Großeinsatz vor. Gegen mehrere Fußballfans wurden bereits Aufenthaltsverbote ausgesprochen.

Wenn der 1. FC Köln am Sonntag (11. Oktober) um 15.30 Uhr Borussia Mönchengladbach im Rheinenergiestadion empfängt, steht nicht nur sportlich einiges auf dem Spiel. Die Polizei Köln stuft das rheinische Derby als Risikobegegnung ein und bereitet sich auf einen entsprechenden Einsatz vor. Dabei setzt sie auch auf ein neues Sicherheitskonzept.

Bereits im Vorfeld hat die Polizei gegen acht Angehörige der Kölner Fanszene und drei Gladbacher Anhänger Bereichsbetretungs- und Aufenthaltsverbote für den Spieltag ausgesprochen. Weitere 50 Kölner Fans erhielten eine sogenannte Gefährderansprache. Damit sollen mögliche Ausschreitungen frühzeitig verhindert werden.

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FC gegen Gladbach: Polizei will im Derby stärker im Hintergrund bleiben

Erstmals kommt bei einem Kölner Derby die im Juli erneuerte Stadionallianz NRW zum Einsatz. Die Vereinbarung zwischen dem NRW-Innenministerium, den Vereinen der ersten drei Profiligen, der Polizei und der Bundespolizei sieht eine engere Abstimmung und eine klarere Aufgabenverteilung vor.

Während der 1. FC Köln als Veranstalter mit seinem Ordnungsdienst sowie den Fan- und Sicherheitsbeauftragten für die Sicherheit im Stadion verantwortlich ist, konzentriert sich die Polizei auf die Gefahrenabwehr und Strafverfolgung.

Damit soll auch der Einsatz von Polizeikräften bei Fußballspielen reduziert werden. Einsatzleiterin Mareike de Valck betont jedoch, dass die Polizei weiterhin auf kurzfristige Entwicklungen reagieren könne.

„Wir treten bei Fußballspielen als Polizei mehr in den Hintergrund. Jetzt liegt der Ball sprichwörtlich im Feld der Fußballanhänger. Sie sind gefordert, das in sie gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen“, erklärt de Valck.

1. FC Köln appelliert an die Eigenverantwortung der Fans

Auch der 1. FC Köln unterstützt das neue Konzept. Geschäftsführer Philipp Türoff verweist auf die besondere Bedeutung des Derbys und die Verantwortung der Beteiligten.

„Das Derby lebt von Emotionen, Leidenschaft und einer gesunden sportlichen Rivalität“, sagt Türoff. Ziel sei es, gemeinsam mit dem Gastverein und den Sicherheitsbehörden ein stimmungsvolles und sicheres Fußballfest zu ermöglichen.

Die neuen Stadionallianzen setzten stärker auf die Eigenverantwortung der Vereine und Anhänger. Diesen Vertrauensvorschuss wolle der FC verantwortungsvoll nutzen.

Verkehr rund um das Rheinenergiestadion beeinträchtigt

Am Spieltag wird die Polizei insbesondere die An- und Abreisewege sowie bekannte Treffpunkte beider Fanlager beobachten. Bei konkreten Gefahren oder Straftaten sollen die Einsatzkräfte konsequent einschreiten.

„Trotz aller Emotionen haben wir eine klare gemeinsame Verantwortung dafür, dass aus sportlicher Rivalität keine Gewalt wird“, betont de Valck.

Auch abseits des Stadions müssen sich Besucher und Anwohner auf Einschränkungen einstellen. Wegen des erwarteten hohen Verkehrsaufkommens kann es rund um das Rheinenergiestadion sowie auf den Anfahrtswegen zu Staus und zeitweisen Straßensperrungen kommen.

Die Polizei Köln empfiehlt Fußballfans deshalb, für die Anreise möglichst öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

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