Seit 1889 im Geschäft

Plüschtierhersteller Steiner meldet Insolvenz an


05.11.2026 – 23:36 UhrLesedauer: 2 Min.

Sammlerbären aus dem Haus Steiner. (Quelle: Steiner Plüsch GmbH)

Die mittelständische Firma legt Wert auf Handarbeit und wollte der Konkurrenz aus Fernost trotzen. Doch jetzt wird es für das Traditionsunternehmen eng.

Der Plüschtierhersteller Steiner hat bereits Mitte Oktober beim Amtsgericht Erfurt Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Der Rechtsanwalt André Rombach ist nach eigenen Angaben zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden. Etwa 20 Mitarbeiter sind noch im Betrieb beschäftigt, ihr Gehalt ist für die nächsten drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert.

Der Geschäftsbetrieb in Georgenthal in Thüringen soll zunächst weitergeführt werden. „Die Steiner Plüsch GmbH steht für eine besondere Fertigungstradition in Deutschland“, sagte Rombach. „Individuell angefertigte Plüschtiere in unterschiedlichsten Größen herzustellen, ist eine Spezialisierung, die nur noch wenige Unternehmen anbieten. Umso wichtiger ist es, die Möglichkeiten für eine Fortführung sorgfältig zu prüfen.“ Er will sich jetzt auf die Suche nach Investoren machen.

Im Jahr 1889 wurde die Puppenfabrik Franz Schmidt & Co. gegründet. Sie stellte in enger Zusammenarbeit mit Porzellanfabriken der näheren Umgebung Kugelgelenkpuppen mit Biskuitporzellan-Puppenköpfen her. Einige Jahrzehnte später, im Winter 1955, wurde das Betriebshauptgebäude durch einen Großbrand fast vollständig zerstört. Harald Steiner, ein Enkel von Franz Schmidt, übernahm die Leitung des Betriebes.

In DDR-Zeiten verstaatlicht

Eine Modernisierung der Puppenfertigung mit Umstellung auf Plastikpuppen wurde nach Angaben des Unternehmens von der DDR-Regierung blockiert. Harald Steiner und seine Ehefrau Helga beschlossen daraufhin die Produktion von Plüschtieren aufzunehmen. Im Jahr 1972 wurde der Betrieb im Rahmen der Verstaatlichung enteignet und firmierte als VEB Plüschspielwaren Georgenthal und gehörte wenig später zum VEB Kombinat Spielwaren. Nach der Wiedervereinigung nahmen Helga und Harald Steiner am 1. Oktober 1990 als Steiner GmbH die Herstellung hochwertiger Plüschspielwaren wieder auf. Die mittelständische Firma ist auf individuell angefertigte Plüschtiere spezialisiert. Nach eigenen Angaben will man der Konkurrenz aus Fernost mit Handarbeit aus thüringischer Produktion trotzen.

Zu Beginn des Jahres 2001 trat Susanne Bier, die Tochter von Helga und Harald Steiner, in das Unternehmen ein und leitete es ab 2004 in vierter Generation. Sie zog sich aber 2020 aus gesundheitlichen Gründen zurück. Die Geschäftsführung liegt jetzt in den Händen von Chefdesignerin Antje Zahl und André Simon.

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