Kritik an Warken-Reform

DAK warnt: Pflegeheim bis zu 20.000 Euro teurer

15.05.2026 – 22:58 UhrLesedauer: 2 Min.

Bewohner von Pflegeheimen werden laut DAK mit der neuen Pflegereform noch mehr zur Kasse gebeten. (Symbolbild) (Quelle: Sebastian Kahnert/dpa/dpa-bilder)

Die DAK warnt vor einer Verschärfung der Pflegekrise. Ein Vorschlag der Bundesregierung würde die Lage nur verschlimmern.

Der Chef der Krankenversicherung DAK, Andreas Storm, rechnet mit Mehrkosten für Bewohner von Pflegeheimen durch die geplante Reform von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) „Ich fordere die Bundesregierung auf, dass sie diesen pflegepolitischen Kahlschlag sofort stoppt und einen neuen Anlauf für eine Pflegereform startet“, sagte er dem „Tagesspiegel“ (Samstagausgabe).

Ohne Reformen droht der sozialen Pflegeversicherung in den kommenden zwei Jahren ein Defizit von über 22 Milliarden Euro. Warken will deshalb noch Mitte Mai ein Sparpaket vorlegen. Einzelne Punkte ihres Konzepts sind jedoch bereits durchgesickert. Warken will unter anderem bei den Zuschüssen für die Heimunterbringung sparen. „Eine Möglichkeit ist, die Gewährung der Zuschüsse zu strecken“, sagte die Ministerin vergangene Woche der „Rheinischen Post“.

Der Pflegeexperte Heinz Rothgang von der Universität Bremen berechnete nun die dadurch entstehende zusätzliche Belastung für Heimbewohner. Nach seinen Analysen steigt der Eigenanteil von Betroffenen im Schnitt um 161 Euro pro Monat. Über einen Zeitraum von viereinhalb Jahren kämen auf die Bewohner zusätzliche Kosten von knapp 20.000 Euro zu.

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Staffelung soll offenbar gestreckt werden

Derzeit zahlen Heimbewohner im Schnitt 3.200 Euro pro Monat aus eigener Tasche. Die Pflegeversicherung erstattet davon bislang je nach Dauer des Heimaufenthalts zwischen 15 und 70 Prozent – ein gestaffeltes System, das Betroffene mit der Zeit spürbar entlasten soll.

Doch laut einem Bericht des „RND“ plant das Bundesgesundheitsministerium, diese Staffelung deutlich zu strecken: Die erste Erhöhung des Zuschusses soll künftig erst nach 18 Monaten statt nach einem Jahr greifen, die zweite erst nach drei Jahren statt nach zwei. Den maximalen Zuschuss von 70 Prozent soll es demnach erst nach viereinhalb Jahren geben – und nicht wie bisher ab dem vierten Jahr.

DAK-Chef Andreas Storm geht zudem davon aus, dass Ministerin Warken auch die Rentenansprüche pflegender Angehöriger halbieren wolle. Er warnte eindringlich vor den Folgen: „Das Armutsrisiko Pflege würde durch die Reform weiter zunehmen.“ Die geplanten Maßnahmen würden „die Pflegekrise nicht lösen, sondern noch einmal drastisch verschärfen.“

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