Ähnlich wirksam wie Sport?

Ätherisches Öl hilft bei Bluthochdruck


Aktualisiert am 16.06.2026 – 13:07 UhrLesedauer: 3 Min.

Pfefferminzöl einnehmen (Symbolbild): Ein paar Tropfen des ätherischen Öls genügten, um einen Effekt auf das Herz-Kreislauf-System festzustellen.

Pfefferminzöl einnehmen (Symbolbild): Ein paar Tropfen des ätherischen Öls genügten, um einen Effekt auf das Herz-Kreislauf-System festzustellen. (Quelle: fcafotodigital/getty-images-bilder)

Ein paar Tropfen Pfefferminzöl pro Tag könnten den Blutdruck senken. Das legt zumindest eine neue Studie nahe. Was Fachleute jetzt raten.

Bluthochdruck zählt weltweit zu den häufigsten Gesundheitsproblemen. Rund 20 Millionen Erwachsene sind allein hierzulande betroffen. Die Erkrankung gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzschwäche. Umso größer ist das Interesse an einfachen Maßnahmen, die den Blutdruck senken können.

Nun berichten Forscher der University of Lancashire in Großbritannien über überraschende Ergebnisse: In einer kleinen, aber hochwertigen Studie senkte die Einnahme von Pfefferminzöl innerhalb von nur 20 Tagen den Blutdruck deutlich.

Blutdruck sinkt um durchschnittlich 8,5 mmHg

Für die Untersuchung rekrutierten die Wissenschaftler 40 Erwachsene mit leicht erhöhtem Blutdruck oder Bluthochdruck im Grad 1 nach den Standards der American Heart Association. Als leicht erhöht gelten Werte zwischen 120 und 129 mmHg für den oberen Blutdruckwert (systolisch) beziehungsweise 80 bis 89 mmHg für den unteren Wert (diastolisch). Zu Grad 1 zählen Werte zwischen 130 und 139 mmHg systolisch und 80 bis 89 mmHg diastolisch.

Die Teilnehmer erhielten nach dem Zufallsprinzip entweder täglich 100 Mikroliter Pfefferminzöl oder ein Placebo mit Pfefferminzgeschmack, aber ohne die Wirkstoffe des ätherischen Öls.

Gut zu wissen

In Deutschland gelten leicht andere Werte, um den Schweregrad des Bluthochdrucks einzuteilen. Laut Deutscher Herzstiftung gilt der Blutdruck als leicht erhöht bei Werten zwischen 120 und 139 mmHg systolisch beziehungsweise 70 bis 89 mmHg diastolisch. Zu Bluthochdruck Grad 1 zählen Werte zwischen 140 und 159 mmHg systolisch und 90 bis 99 mmHg diastolisch.

Nach 20 Tagen zeigte sich ein deutlicher Unterschied: In der Pfefferminzöl-Gruppe sank der systolische Blutdruck von durchschnittlich 130 auf knapp 122 mmHg. In der Placebo-Gruppe zeigte sich kein Effekt. Im Vergleich zur Placebo-Gruppe lag der Wert am Studienende um rund 8,5 mmHg niedriger. Das entspricht laut Deutscher Herzstiftung in etwa der Größenordnung, in der Sport und Alltagsbewegung den Blutdruck senken können.

Auch der diastolische Blutdruck und die Ruheherzfrequenz gingen zurück. Die Ruheherzfrequenz beschreibt die Anzahl der Herzschläge pro Minute im entspannten Zustand. Ein dauerhaft erhöhter Ruhepuls gilt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Warum könnte Pfefferminzöl wirken?

Jonathan Sinclair, Studienautor und Wissenschaftler an der University of Lancashire, erklärt in „Medical News Today“ (MNT): „Frühere Untersuchungen deuten darauf hin, dass Pfefferminze antioxidative, entzündungshemmende, die glatte Muskulatur entspannende sowie gefäßerweiternde Eigenschaften besitzen könnte – Eigenschaften, die allesamt für Bluthochdruck von potenzieller Bedeutung sind.“

Die Forscher vermuten, dass vor allem Menthol für den Effekt verantwortlich ist. Menthol ist der Hauptwirkstoff der Pfefferminze und erzeugt das typische Kältegefühl. Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte Menthol bestimmte Rezeptoren in den Blutgefäßen aktivieren. Dadurch erweitern sich die Gefäße, das Blut kann leichter fließen und der Druck auf die Gefäßwände sinkt.

Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass Menthol das autonome Nervensystem beeinflusst. Dieses steuert unbewusst wichtige Körperfunktionen wie Herzschlag, Atmung und Blutdruck. Dadurch könnte sich auch die beobachtete Senkung der Herzfrequenz erklären.

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