„Gesellschaften driftet in falsche Richtung“

Papst verurteilt Leihmutterschaft

25.09.2026 – 14:30 UhrLesedauer: 2 Min.

Papst Leo bei seiner Rede im Élysée Palast: Er mahnte vor technologischem Fortschritt, der unter den Vorzeichen der Gewinnmaximierung gescheht. (Quelle: IMAGO/Jeanne Accorsini / Pool / Bestimage/imago)

Der Papst stattet Frankreich einen Besuch ab – und hält dabei eine längere Rede. Er spricht auch über das Streitthema Leihmutterschaft.

Papst Leo XIV. hat sich bei seinem Besuch in Frankreich bei einer Rede im Élysée-Palast in Paris am Freitag zu verschiedenen gesellschaftlichen Themen geäußert. Das Oberhaupt der katholischen Kirche mahnte zur Achtung aller Phasen des menschlichen Lebens – und kritisierte unter anderem Leihmutterschaft.

Im Beisein des französischen Präsidenten Emmanuel Macron betonte der Papst: „Der Schutz des Rechts auf Leben bildet die unverzichtbare Grundlage für alle anderen Menschenrechte.“

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Er sei besorgt, „wie Gesellschaften derzeit in die falsche Richtung abdriften und Gefahr laufen, Wissenschaft und Technik in gewinnorientierte Unternehmungen zu verwandeln, die Gen-Manipulationen, Leihmutterschaft, Organhandel oder das Angebot eines geplanten Todes fördern“. Leo warnte vor einer „Versuchung, sich von der Wissenschaft Lösungen und Trost für all unser Leid zu erwarten“. Es bestehe „oft die Gefahr, dass man einer Illusion erliegt.“

Papst warnt vor „Lösung und Trost“

Papst Leo bezog sich mit seinen Äußerungen auf ein Gesetz zur Sterbehilfe, dass in Frankreich im Sommer durch die Nationalversammlung beschlossen wurde. Für schwer kranke Menschen ist Sterbehilfe seitdem nach streng festgelegten Regeln erlaubt. Zudem hatte Macron bereits 2024 das Recht auf Abtreibung in der französischen Verfassung verankert.

In Frankreich gilt – bis auf einige Regionen im Osten des Landes – seit mehr als einem Jahrhundert eine strikte Trennung von Kirche und Staat, auch Laizität genannt. Beispielsweise muss dort keine Kirchensteuer gezahlt werden. In staatlichen Schulen gibt es keinen Religionsunterricht. In dem 69-Millionen-Einwohner-Land geht die Zahl der Katholiken seit Jahrzehnten zurück. Heute bekennt sich weniger als ein Drittel der Bevölkerung zum katholischen Glauben.

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