Kreativ in Nachfrage-Beschaffung
Nvidia ist schon lange kreativ, wenn es um die Nachfrage geht. Das Unternehmen beteiligt sich häufig an seinen Kunden – oder bürgt für Kredite. Ein Beispiel: Ende Juli steckte Nvidia fünf Milliarden US-Dollar in das Start-up Safe Superintelligence. Das will eine künstliche Superintelligenz entwickeln und bekommt von Nvidia dafür massiv Rechenleistung.
Nach Angaben des Finanzdienstleisters Bloomberg sind auf diese Art durch Nvidia Geschäfte von über 750 Milliarden US-Dollar entstanden. Allerdings stellt sich die Frage: In welchem Umfang finanziert Nvidia so indirekt die Nachfrage nach seinen eigenen Produkten mit?
Nähern wir uns dem Ganzen sachlich: Nvidia hat eine besondere Marktstellung und dominiert nach Angaben von Experten mit einem Anteil von rund 75 bis mehr als 80 Prozent den Markt für KI- und Rechenzentren-Chips. Doch die Konkurrenz, zumal aus Asien, schläft nicht. Und so geht Nvidia womöglich auch deswegen diesen Weg und „unterstützt“ Kunden und Partner.
Wie gut sind die Auftraggeber von Nvidia?
Nvidia gibt diese Garantien, weil vor allem kleinere Unternehmen häufig zu wenig kreditwürdig sind, um sich an traditionellen Schulden- bzw. Kapitalmärkten Geld zu besorgen. Das wirft Fragen nach der Qualität der Aufträge dieser Firmen auf.
Wenn Nvidias Umsätze immer stärker von Fremdkapital eigentlich kapitalschwacher Firmen abhängen, ist die Chip-Nachfrage in Teilen kreditabhängig. Das ist ein wichtiger Punkt. Darüber hinaus nehmen neue Faktoren wie steigende Zinsen zusätzlichen Einfluss auf die Nachfrage, da die Zinsen die Kosten der Kredite bestimmen, die Unternehmen mit Nvidia im Rücken erhalten.
Was, wenn der Wert sinkt?
Was ist nun aber, wenn der Wert dieser „Anlageklasse“ Chips sinkt, weil neuere schneller und besser sind – auch wenn Nvidia behauptet, seine Software verlängere die Lebensdauer dieser GPUs, wie die Chips auch genannt werden, sodass Mietrenditen hoch und Abschreibungen moderat bleiben würden?
Schon heute ist zu beobachten, dass ständig neue Modelle und Generationen auf den Markt kommen. Ein schneller Wertverlust ist möglich, wenn ein Wettbewerber signifikant auf- oder überholt. Ein Wertverfall würde ein hohes Abschreibungsrisiko für die beteiligten Unternehmen bedeuten. Doch Nvidia ist, wie gesagt, der Meinung, mit Software-Lösungen gegenhalten zu können.
Kennen wir das irgendwoher?
Für mich sind zwei Punkte entscheidend.
