Entlegene Täler

Norwegen meldet mysteriöse Todesfälle von Rentieren

07.08.2026 – 04:16 UhrLesedauer: 2 Min.

Rentiere in Norwegen (Symbolbild). (Quelle: IMAGO/Ole Berg-Rusten)

In zwei entlegenen Tälern in Norwegen sterben mehr als ein Dutzend Rentiere. Die Vorfälle sind so ungewöhnlich, dass selbst Experten ratlos sind.

Auf der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen haben die Behörden mehr als ein Dutzend ungeklärte Todesfälle bei Rentieren verzeichnet. Die hohe Zahl der verendeten Tiere auf dem Archipel in der Arktis sei für die Sommersaison „äußerst ungewöhnlich“, erklärte das Büro des regionalen Gouverneurs am Donnerstag. Bei einer jährlichen Zählung seien bislang 13 kürzlich verstorbene Rentiere – elf Weibchen und zwei Männchen – in zwei Tälern gefunden worden, die rund 1.000 Kilometer vom Nordpol entfernt liegen.

„Es ist sehr ungewöhnlich, dass Weibchen im fortpflanzungsfähigen Alter und erwachsene Männchen im Sommer sterben. Deshalb wollen wir diese Entwicklung genau beobachten“, hieß es in der Erklärung.

Was den Tod der Tiere herbeigeführt haben könnte, ist bislang unklar. Das Norwegische Institut für Naturforschung (Nina) teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, es gebe „keine eindeutigen Hinweise und auch keine konkrete Hypothese“, um die ungewöhnlichen Todesfälle im Sommer zu erklären.

Ebenso viele Rentiere wie Einwohner

„Im Winter sterben vor allem die jüngsten und ältesten Tiere“, sagte der Forscher Vebjorn Veiberg. Die tot aufgefundenen Tiere seien jedoch in der „kräftigsten und fruchtbarsten Phase ihres Lebens“. Tierärzte suchen nun nach einer Erklärung für die Todesfälle. Doch auch eine Krankheit würde vermutlich nicht ausgerechnet die stärksten Tiere töten.

Die Behörden riefen die Öffentlichkeit dazu auf, weitere Funde von Tierkadavern zu melden. Spitzbergen hat etwa eine doppelt so große Fläche wie Belgien. Auf der Inselgruppe leben rund 22.000 Rentiere – das ist siebenmal so viel wie die Einwohnerzahl.

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