Chatnachrichten lassen aufhorchen

Fall Fabian: Detail macht BKA-Beamten stutzig


Aktualisiert am 06.08.2026 – 16:54 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Angeklagte im Fall Fabian, Gina H. (Archivbild): Ihr droht eine lebenslange Haftstrafe. (Quelle: Bernd Wüstneck/SchwarckMedia)

Nach einer einmonatigen Pause geht der Prozess im Fall Fabian weiter. Ein BKA-Beamter gibt Einblicke in die Psyche der Angeklagten Gina H.

Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow hat am Donnerstag vor dem Landgericht Rostock der 20. Prozesstag begonnen. Angeklagt ist die 30 Jahre alte Gina H., die Partnerin von Fabians Vater. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr Mord aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen vor. Sie soll den Jungen im Oktober vorigen Jahres mit sechs Messerstichen getötet und seine Leiche anschließend in Brand gesetzt haben.

Als Motiv nimmt die Staatsanwaltschaft an, Gina H. habe mit der Tat einen Störfaktor in der Beziehung zu Fabians Vater aus dem Weg schaffen wollen. Dieser hatte sich zwei Monate vor der Tat nach einer rund vierjährigen Beziehung von Gina H. getrennt. Inzwischen sind die beiden wieder ein Paar. Für Gina H. gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung.

  • Alle Entwicklungen: Fall Fabian aus Güstrow – Mordprozess gegen Gina H.

Als einer der zentralen Zeugen sagte am Donnerstag ein Sachverständiger des Bundeskriminalamts aus, der den Chat-Verkehr zwischen Gina H. und Fabians Vater Matthias R. untersuchte. Tausende Nachrichten wurden untersucht – ihr Handy hatte Gina H. laut übereinstimmenden Zeugenangaben immer dabei, und es spielte eine zentrale Rolle in ihrem Leben.

Mordfall Fabian: Gina H. soll Jungen als Störfaktor gesehen haben

Der Sachverständige wertete das Verhalten der Angeklagten als „egozentrisch“, sie habe ein „hohes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Bestätigung“, zitierte die „Bild“-Zeitung den Experten. Außerdem bescheinigte der Gutachter Gina H. ein starkes Kontrollbedürfnis. Sie habe regelmäßig wissen wollen, wo sich ihr Partner befindet und was er macht. Fabian spielte in den Chats hingegen kaum eine Rolle – genauso wie Gina H.s eigener Sohn, der ungefähr im selben Alter wie Fabian war. Gina H. habe die Familie von Matthias R. sowie dessen Ex-Frau Dorina L., Fabians Mutter, als Störfaktoren gewertet, sagte der Gutachter.

Die Angeklagte Gina H. sitzt vor ihren Anwälten Andreas Ohm (r.) und Thomas Löcker. (Quelle: Jens Büttner/dpa)

Stutzig machte den BKA-Beamten laut „Bild“-Zeitung der Chat-Verkehr am Tattag, dem 10. Oktober vorigen Jahres. Gina H. erkundigte sich mehrfach nach dem Wohlbefinden von Matthias R., nachdem er gesagt hatte, dass ihm etwas Sorge bereite. Dann fragte sie: „Es ist doch Freitag, hast du nicht Fabian?“ Laut dem Sachverständigen war dies das erste Mal, dass sich Gina H. derart nach Fabian erkundigte. „Das ist uns aufgefallen“, so der Experte laut „Stern“.

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