Applaus und Zwischenrufe

Ärger im Nürnberger Stadtrat während erster Sitzung


Aktualisiert am 07.05.2026 – 07:14 UhrLesedauer: 3 Min.

Erste Stadtratssitzung im Rathaus: Hier werden in diesen Tagen unter anderem 70 Stadträte vereidigt. (Quelle: Meike Kreil/t-online)

Nürnbergs frisch gewählter Stadtrat kommt zum ersten Mal zusammen. Und es gibt auch direkt Ärger.

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne: Das Zitat von Hermann Hesse trifft die Stimmung im historischen Rathaussaal. Es liegen geschäftiges Treiben, aber auch Aufbruchstimmung und Anspannung in der Luft. Viele altbekannte Gesichter sind hier, aber auch viele neue. In den ersten Reihen ist vor Beginn der langwierigen Sitzung kaum ein Durchkommen. Viele begrüßen sich herzlich, Mitarbeiter aus den Parteien, der Verwaltung und der Stadt sind da.

Vor den Tischreihen drängen sich Fotografen. Blumensträuße werden verteilt. Neue Stadträte suchen ihre Plätze. Sie haben eins gemeinsam: All die Menschen hier werden in den nächsten sechs Jahren die Geschicke der Stadt lenken. Unter den goldenen Kronleuchtern und den Holztafeln des historischen Saales im Wolffschen Bau beginnt sie schließlich, die erste Sitzung des neu gewählten Stadtrats.

Oberbürgermeister Marcus König (CSU) eröffnet die Versammlung, wie immer bestens gelaunt. Die ersten sieben Minuten verbringt der OB damit, die Vorlagen und Satzungen zu verlesen. Er scherzt: „Ich hoffe, es sind noch alle dabei.“ Dabei ist gerade einmal ein Bruchteil dieser XXL-Sitzung vergangen. Für diese Sitzung sind im städtischen Kalender drei Tage vorgesehen.

Später wird der Ton ernster. In seiner Grundsatzrede wirbt König um Zusammenhalt und bereitet den Rat auf schwierige Jahre vor. „Verstehen Sie sich hier als Partner und nicht als Gegner“, sagt er in Richtung der Stadträte. „Wir können hier am Fundament unserer Demokratie beweisen, dass unser System mit unseren demokratischen Werten auch funktioniert.“ Jedoch: Die finanzielle Lage der Kommunen bleibe angespannt. „Nicht alles, was politisch möglich ist, wird finanziell machbar sein.“ Und weiter: „Wir werden den Menschen erklären müssen, dass nicht alles gehen wird.“

Nach dem Grußwort folgt einer der feierlichsten Momente des Tages: die Vereidigung des neuen Stadtrats. Die Mitglieder stehen auf, heben die rechte Hand und sprechen die Eidesformel nach.

Danach kommen die Fraktionen selbst zu Wort. Sie haben bis zuletzt Koalitionen geschmiedet, sich gestritten oder sogar entzweit. Für die CSU-Stadtratsfraktion sagt Neu-Vorsitzender Daniel Frank beispielsweise: „Am Ende zählen immer die Taten. Nicht die Worte.“ Michael Ziegler von der SPD-Fraktion erinnert in seiner Rede an die besondere Verantwortung der Stadt: „Gerade Nürnberg weiß, dass Demokratie verteidigt und mit Leben gefüllt werden muss.“

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