Sommer in Berlin

Expresseingänge: Wie Badegäste schneller ins Wasser kommen

27.05.2026 – 13:30 UhrLesedauer: 3 Min.

Sommersaison in Berliner Freibädern: An einigen Bädern werden Ausweise kontrolliert. (Quelle: Jörg Carstensen/dpa/dpa-bilder)

Endlich sommerliches Wetter in Berlin, endlich Freibadsaison. Was Badegäste zur Saison wissen müssen – von Expresseingängen bis zu Eintrittspreisen.

Am vergangenen Pfingstwochenende lockten die hohen Temperaturen bereits viele Berliner in die Freibäder der Stadt. Für einen sorglosen Ausflug sollten einige Dinge beachtet werden: unter anderem sollte der Ausweis eingepackt werden.

Das Berliner Verwaltungsgericht hat die Berliner Bäder-Betriebe im Streit mit der Datenschutzbeauftragten Meike Kamp bestätigt. Videokameras an den Eingängen und Ausweiskontrollen in einigen Freibädern verstoßen demnach nicht gegen den Datenschutz.

Zur Begründung sagte der Richter, der Eingriff in die Rechte der Badegäste sei „denkbar gering“. Die Maßnahmen seien „geeignet und erforderlich“ gewesen, um die Tumulte einzudämmen. Die damaligen Vorfälle im Jahr 2023 hätten gezeigt, dass Handlungsbedarf bestehe.

  • Senat äußert sich: Berliner Freibäder: So viel Gewalt gab es in diesem Sommer

Gewalttätige Vorfälle seien nach 2023 zurückgegangen

In vier Bädern in Kreuzberg, Neukölln, Pankow und am Insulaner wurden Kameras aufgestellt. Dort seien 2023 nach einer Zählung 88 strafrechtlich relevante Vorfälle erfasst worden, 2024 noch 66. In allen Berliner Bädern sei die Zahl im selben Vergleich von 294 auf 154 gesunken.

Polizisten stehen vor dem Eingang des Sommerbad in Neukölln (Archivbild): Dort kam es in den vergangenen Jahre immer wieder zu Tumulten. (Quelle: Carioline Bock/dpa/dpa)

Welche Maßnahme konkret für mehr Sicherheit gesorgt habe, sei laut Gericht nicht „trennscharf“ festzustellen. Es sei aber „durchaus plausibel“, dass Kameras das Verhalten möglicher Täter wegen drohender Identifizierung beeinflussen.

Kamp: Kameras hielten Randalierer nicht ab

Kamp hatte nach den Gerichtsangaben 2025 eine Verwarnung gegen die Berliner Bäder-Betriebe ausgesprochen. Sie habe bezweifelt, ob die Maßnahmen geeignet und erforderlich seien, und einen Nachweis gefordert, den sie nicht als erbracht angesehen habe. Im Verfahren habe Kamp argumentiert, dass Kameras an Eingängen Randalierer am Becken nicht abhielten.

Außerdem verwies Kamp nach Darstellung aus dem Verfahren darauf, die Polizei habe Videoaufnahmen in drei Jahren nur dreimal abgefragt. Zudem würden die gezeigten Ausweise nicht mit Hausverbotslisten abgeglichen, die Maßnahme sei daher wirkungslos.

Neu im Jahr 2026: Expresseingänge für schnelleren Einlass

Die Anwältin der Berliner Bäder-Betriebe bezeichnete Kamps Anforderungen als „realitätsfern und der Situation nicht angemessen“. Die Berliner Bäder-Betriebe hatten ein Maßnahmenpaket ab Sommer 2023 eingeführt: Neben der Einführung von Kameras und Ausweiskontrollen gibt es auch mehr Wachleute, mobile Polizeiwachen und höhere Zäune.

Für die Saison 2026 gelten nach Angaben der Berliner Bäder-Betriebe weiterhin die Ausweispflicht beim Freibadbesuch und die Videoüberwachung an den Sommerbädern in Kreuzberg, Gropiusstadt, Neukölln, Pankow und am Insulaner.

Share.
Die mobile Version verlassen