Markteinbruch in Australien
Nach über 100 Jahren: Peugeot zieht die Reißleine
03.07.2026 – 16:35 UhrLesedauer: 1 Min.
Peugeot zieht sich vom australischen Neuwagenmarkt zurück. Was ist der Grund für den Rückzug? Und was wird nun aus den Kunden?
Nach mehr als 100 Jahren ist Schluss für Peugeot in Australien. Der Importeur Inchcape und der Stellantis-Konzern lösen ihren Vertrag auf. Nach einer Übergangsphase werden neue Modelle dort komplett aus dem Angebot verschwinden. Grund dafür sind seit Jahren sinkende Verkaufszahlen, wie „auto-motor-und-sport.de“ berichtet.
Rückgang der Verkaufszahlen
Die Neuzulassungen der Marke sinken seit Jahren. Von Januar bis Mai 2026 wurden 373 Peugeot-Fahrzeuge neu zugelassen – rund 35 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet droht der Wert erstmals unter die Grenze von 1.000 Fahrzeugen zu fallen.
Zum Vergleich: Im Jahr 2007 verkaufte Peugeot in Australien noch 8.807 Fahrzeuge, selbst im schwachen Jahr 2025 waren es immerhin noch 1.350 Fahrzeuge.
Marktverschiebung durch China-Importe
Ein wichtiger Grund für den Einbruch: Der australische Gesamtmarkt hat sich grundlegend verändert. Im Jahr 2025 wurden im Land 220.000 in China produzierte Pkw und leichte Nutzfahrzeuge neu zugelassen. Das entspricht einem Marktanteil von rund 18 Prozent. Und darin sind in China gebaute Tesla-Modelle noch nicht einmal eingerechnet.
Absicherung für Bestandskunden
Der bisherige Importeur Inchcape nimmt keine neuen Bestellungen mehr an und verkauft nur noch vorhandene Lagerfahrzeuge. Bereits bestellte Autos werden planmäßig ausgeliefert. Auch Garantie, Wartung, und Versorgung mit Originalteilen sind ugefährdet.
Die Zukunft des Vertriebs bleibt offen
Grundsätzlich soll Peugeot in Australien präsent bleiben, teilt der Mutterkonzern mit. Neue Wege für den Vertrieb werden bereits gesucht. Schließlich überstand Peugeot in Australien schon ganz andere Krisen: Die ersten Fahrzeuge wurden direkt vor dem Ersten Weltkrieg dorthin ausgeliefert.
