Multiplina Concept
Fiat holt den Multipla zurück – aber anders, als viele erwarten
03.07.2026 – 11:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Mit dem Multiplina zeigt Fiat einen viersitzigen Elektro-Mikrovan für den Stadtverkehr und darüber hinaus. Was bisher bekannt ist.
Der Fiat Multipla wurde in den frühen 2000er-Jahren wegen seines ungewöhnlichen Designs häufig als eines der hässlichsten Autos der Welt bezeichnet. Nun kehrt der Name in leicht abgewandelter Form zurück: Der neue Multiplina (italienische Verniedlichungsform) erinnert allerdings nicht an den bekannten Van, sondern an den Urahnen, den Fiat 600 Multipla.
Wer beim Namen Multipla sofort das auffällige Familienauto mit der zweigeteilten Front vor Augen hat, muss also umdenken: Der 1956 vorgestellte Fiat 600 Multipla gilt mit seinem ungewöhnlichen Raumkonzept als einer der ersten kompakten Vans überhaupt.
Ein charaktervoller Lückenfüller
Der neue Multiplina soll künftig die Lücke zwischen dem zweisitzigen Elektro-Stadtflitzer Topolino und den klassischen Kleinwagen der Marke schließen. Besonderheit: Ebenso wie der Topolino wird der Multiplina ein elektrisches Leichtfahrzeug (in diesem Fall der Klasse L7e) sein.
L7e – was ist das?
Fahrzeuge der Klasse L7e sind leichter und kompakter als herkömmliche Autos, ihre Leistung ist auf 15 Kilowatt begrenzt. Für Leichtfahrzeuge gelten andere Zulassungsvorschriften als für Pkw. Sie müssen deshalb nicht dieselben Sicherheitsanforderungen erfüllen. Dafür benötigen sie weniger Platz und Material und eignen sich vor allem für kurze Alltagsfahrten.
Anders als der Topolino bietet der Multiplina vier Sitzplätze. Fiat nennt eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 90 km/h. Damit soll der Wagen nicht nur für kurze Fahrten in der Stadt, sondern auch für Strecken über die Stadtgrenzen hinaus geeignet sein. Die Serienversion ist nach bisherigen Planungen für 2028 vorgesehen.
Historisches Vorbild
Optisch greift die Studie ihren historischen Namensgeber auf. Die hohe Karosserie, die nahezu senkrechte Front und die runden Scheinwerfer erinnern an den Fiat 600 Multipla. Gleichzeitig orientieren sich die Abmessungen am Fiat 500 von 1957: Mit rund drei Metern Länge soll der Multiplina zwischen dem 2,54 Meter langen Topolino und dem deutlich größeren Fiat 500e positioniert werden.
Zum ersten Mal war das Fahrzeug bereits im Mai bei einer Präsentation des Mutterkonzerns Stellantis zu sehen, allerdings eher nebenbei. Damals tauchte es im Hintergrund einer Modellübersicht noch unter dem Arbeitstitel „Quattrolino“ auf. Nun hat Fiat die Studie bei einer Veranstaltung im Vatikan offiziell präsentiert. Noch in diesem Jahr soll das Fahrzeug ausführlicher vorgestellt werden. Preislich dürfte der Italiener bei rund 15.000 Euro starten.
Multipla von 1999: Geliebt und gehasst
Der Multipla von 1999 bis 2010 wurde vor allem wegen seiner ungewöhnlichen Gestaltung bekannt. Nach einem Facelift im Jahr 2004 verschwand zwar die markante Stufe zwischen Motorhaube und Windschutzscheibe, sein polarisierender Ruf blieb jedoch. Andererseits galt der Multipla als innovatives Auto: Er bot sechs Einzelsitze in zwei Reihen und damit ungewöhnlich viel Platz auf kompakter Grundfläche und wurde 1999 in einer Ausstellung des New Yorker Museum of Modern Art gezeigt. Das britische Automagazin „Top Gear“ zeichnete ihn außerdem als „Auto des Jahres“ aus.
