Für Gaskraftwerke

Reiche-Ministerium bestellte offenbar Argumente bei Gaslobby


Aktualisiert am 15.04.2026 – 10:02 UhrLesedauer: 2 Min.

Katherina Reiche (Archivbild): Die CDU-Politikerin will in wind- und sonnenarmen Zeiten Gaskraftwerke zur Sicherung der Stromversorgung ausbauen. (Quelle: ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler/imago)

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wird eine große Nähe zur fossilen Energiewirtschaft nachgesagt. Nun wird bekannt, dass ihr Ministerium sich Rat bei einem Energiekonzern geholt haben soll.

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) hat sich beim Energiekonzern EnBW Argumente für Gaskraftwerke erbeten. Die betreffenden Vorschläge würden Batteriespeicher im Prozess rund um die sogenannte Kraftwerkstrategie stark benachteiligen. Das berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf ihm vorliegende Textnachrichten zwischen dem Ministerium und dem EnBW-Lobbyisten.

Mit der Kraftwerkstrategie soll die Stromversorgung in wind- und sonnenarmen Zeiten gesichert werden. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche möchte diese mit Gaskraftwerken bestreiten, der EnBW-Konzern möchte seine Gaskraftwerke ausbauen.

Dem Bericht zufolge hat der Abteilungsleiter Strom des BMWE, Christian Schmidt, am 13. Januar eine Nachricht von Holger Schäfer, dem Cheflobbyisten von EnBW, erhalten. Darin seien fünf Vorschläge aufgelistet gewesen, die den Einsatz von Batteriespeichern im Rahmen der Kraftwerksstrategie fast unmöglich machen würden.

Die Vorschläge seien „auf ein Ersuchen des Ministeriums“ erstellt worden, nicht auf Initiative von EnBW. So habe es der Konzern dem „Spiegel“ erklärt. Auch das Ministerium dementiert die Darstellung auf mehrfache Anfrage nicht. Es handelt sich also offenbar nicht um einen Lobby-Impuls, sondern um eine Auftragsarbeit.

Reiche sah sich aufgrund ihrer angeblichen Nähe zur fossilen Energiewirtschaft bereits mehrfach Kritik ausgesetzt. Anders als von der Gesetzgebung gefordert, hatte der Konzern den Text nicht im Lobbyregister vermerkt. Erst nach der Nachfrage des „Spiegel“ habe EnBW das Papier dort hochgeladen. Eine Erklärung dafür lieferte der Konzern nicht.

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