Oscarpreisträger attackiert Trump und Putin

„Sind wir verdammt noch mal verrückt geworden?“


Aktualisiert am 18.05.2026 – 08:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Javier Bardem bei dem Filmfestspielen in Cannes.

Javier Bardem beim Filmfestival Cannes. (Quelle: Gonzalo Fuentes)

Oscarpreisträger Javier Bardem hat eine flammende Rede gegen toxische Männlichkeit gehalten. Dabei nahm er auch Staatschefs ins Visier.

Javier Bardem ist einer der profiliertesten Schauspieler in Hollywood. Er spielte schon den Bösewicht in einem James-Bond-Film, neben Johnny Depp in der Piratenkomödie „Pirates of the Carribean“, und er hat so gut wie alle bedeutenden Filmpreise gewonnen, darunter den Oscar für seine diabolische Darstellung des Anton Chigurh in dem Film „No Country for Old Men“. Bardem ist außerdem Spanier. Wie viele seiner Landsleute zeigt er sich solidarisch mit den Palästinensern.

Am Sonntag hielt Bardem beim Filmfestival Cannes eine bemerkenswerte Rede. Bei einer Pressekonferenz zeigte er sich wütend über die aktuellen weltpolitischen Entwicklungen, die Kriegen und das zahlreiche Sterben von unschuldigen Menschen. Er sprach auch über das Problem, das dieser Entwicklung seiner Meinung nach zugrunde liegt: toxische Männlichkeit. Wen er dafür verantwortlich macht, daran ließ der 57-Jährige keinen Zweifel.

„Sind wir verdammt noch mal verrückt geworden?“, fragte Bardem in die Runde. „Wir töten Frauen, weil einige Männer glauben, dass sie über sie richten können, dass sie sie besitzen können.“ Dann fuhr er mit ernster Miene fort: „Dieses Problem hängt auch mit Herrn Trump zusammen, mit Herrn Putin, mit Herrn Netanjahu – die Männer mit den dicken Eiern, die sagen: ‚Schau, mein Schwanz ist größer als Deiner‘. Und dann sagen sie, wir werden die Scheiße aus Dir rausbomben. Das ist ein unglaublich toxisches, männliches Verhalten, das zum Tod von Tausenden von Menschen führt.“

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Bardem ist dafür bekannt, dass er aus seiner Meinung keinen Hehl macht. Er äußerte sich schon häufig zu gesellschaftlichen und politischen Themen. Er setzt sich unter anderem für den Klimaschutz ein, zeigte sich dafür auch schon mit Greta Thunberg. Bei den 77. Primetime Emmy Awards kam er im vergangenen Jahr mit einem Palästinensertuch zur Verleihung, als Ausdruck seines Protests gegen die israelische Militärkampagne im Gazastreifen.

Bardem: „Wir müssen darüber reden“

In Cannes richtete er seine Empörung aber auch gegen all jene, die dem aktuellen Treiben schweigend zusehen. „Wir halten das offenbar für normal. Wir schauen zu und nehmen es einfach hin“. Bardem macht für die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen ein Defizit in der Bildung verantwortlich. Er sagte, es bedürfe viel mehr Aufklärung und Erziehung, um toxische Männlichkeit zu verhindern. Er wisse, wovon er spreche, schließlich komme er aus Spanien, wo der Machismo verbreitet und die Zahl der Femizide hoch sei.

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