Mehr als 3.000 Aussteller aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie sowie der Energiewirtschaft zeigen von Montag an auf dem Messegelände in Hannover ihre Neuheiten. Hauptthemen sind der Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Produktion, Automatisierung und Robotik. Erstmals mit einem eigenen Themenschwerpunkt vertreten ist der Bereich Rüstung. Rund 40 Unternehmen zeigen dort Lösungen für den schnellen Aufbau der Produktion von Rüstungsgütern.

Neben Merz haben sich auch zahlreiche weitere Bundespolitiker angekündigt, darunter Katherina Reiche und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). 2025 kamen 127.000 Besucher zu der weltweit wichtigsten Industrieschau.

„Wir eröffnen die Hannover Messe 2026 als Tage der Zukunft, als Tage der Zukunftszuversicht“: Mit diesem Appell eröffnete Merz die weltweit wichtigste Industrieschau. Es gehe darum, nach vorn zu schauen und zu zeigen, „was wir können“, sagte der CDU-Politiker. „Zuversicht, das ist der Geist, in dem wir uns einig wissen, gerade auch mit Brasilien.“

Das diesjährige Partnerland der Messe bezeichnete Merz als einen der wichtigsten Partner Deutschlands in einer sich neu ordnenden Welt. Beide Länder teilten das Interesse an einer politischen Ordnung, in der auf Verabredungen Verlass sei und globale Probleme gemeinsam gelöst werden könnten.

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ist nicht nur zur Messe-Eröffnung nach Hannover gereist, sondern auch zu Regierungskonsultationen. Am Sonntagnachmittag wurde er vor dem Schloss Herrenhausen mit militärischen Ehren empfangen.

An den Beratungen nehmen sieben Minister aus Brasilien und acht aus Deutschland teil. Ziel ist es, die Zusammenarbeit in Bereichen wie Handel, Rohstoffe, Rüstung, Digitalisierung, Forschung und Klimaschutz auszubauen. Große Bedeutung kommt dabei dem Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten zu, das zum 1. Mai wirksam werden soll.

In seiner Eröffnungsrede unterstrich Lula die Bedeutung erneuerbarer Energien. „Brasilien kann der Europäischen Union dabei helfen, die Energiekosten zu senken und ihre Industrie zu dekarbonisieren“, sagte er. Brasilien ist eines der Länder mit dem saubersten Energiemix der Welt. 92 Prozent des Stroms wird über erneuerbare Energien erzeugt.

„Der konsequente Weg bei den erneuerbaren Energien hat unsere Energiesicherheit gestärkt. Brasilien gehört zu den Ländern, die am wenigsten vom Wahnsinn des Krieges mit dem Iran betroffen sind. Wir leiden nicht unter dem Anstieg des Ölpreises, wie es andere Länder derzeit tun“, sagte Lula. „Zu ihnen spricht der Präsident eines Landes, das sehr viel Erdöl produziert: Wir sind der Auffassung, dass es dringend notwendig ist, einen Weg zu finden, saubere Energieträger zu nutzen, wenn wir die Menschheit retten wollen.“

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